Der Eichenzeller Udo Bauch hat angekündigt, sein Amt als ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Gemeinde Eichenzell niederzulegen.
Der Rücktritt ist zum 23. April 2026 vorgesehen und steht ausdrücklich unter der Voraussetzung, dass er im Rahmen der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung am selben Tag tatsächlich als Nachrücker in die Gemeindevertretung einzieht.
Nach aktuellen Informationen und auf Grundlage der derzeitigen Planungen zur künftigen Zusammensetzung der Fraktion der Bürgerliste Eichenzell ist vorgesehen, dass Udo Bauch als Nachrücker Mitglied der Fraktion wird. Hintergrund ist, dass das gewählte Mitglied der Gemeindevertretung, Helmut Gladbach, beabsichtigt, in den Gemeindevorstand zu wechseln.
Gleichzeitig stellt Udo Bauch klar, dass er sein Amt als Behindertenbeauftragter – abweichend von einem zum 23. April 2026 geplantem Ausscheiden – bis zum regulären Ende seiner Amtszeit im Juli 2026 weiterhin ausüben wird, sofern es zu unerwarteten Änderungen in der Zusammensetzung der Eichenzeller Gemeindevertretung oder des Gemeindevorstandes kommen sollte, die seinen Einzug als Nachrücker betreffen.
Unabhängig davon erklärt Udo Bauch mit Nachdruck, dass er nach Ablauf der regulären Amtszeit im Juli 2026 für keine weitere Amtszeit als Behindertenbeauftragter zur Verfügung stehen wird.
Diese Entscheidung beruht ausdrücklich auf einer persönlichen Enttäuschung über die aus seiner Sicht nicht ausreichende Unterstützung durch die Gemeinde sowie auf den insgesamt herausfordernden Rahmenbedingungen der Amtsausübung.
Insbesondere der sehr hohe zeitliche Aufwand, der mit diesem Ehrenamt verbunden ist, war auf Dauer nur schwer mit anderen Verpflichtungen vereinbar und hat maßgeblich zu dieser Entscheidung beigetragen.
Bereits vor einigen Monaten hatte er – unabhängig vom Ausgang der Kommunalwahlen 2026 – entschieden, nicht erneut für eine weitere Amtszeit zu kandidieren. Die nun getroffene Klarstellung unterstreicht diese Haltung nochmals deutlich.
Der angekündigte Rücktritt erfolgt für Udo Bauch mit gemischten Gefühlen. Einerseits blickt er mit einer gewissen Wehmut auf die vergangenen fünf Jahre zurück, andererseits empfindet er große Dankbarkeit für die Erfahrungen, die er in dieser Zeit sammeln durfte.
Es war ihm eine besondere Ehre und zugleich eine große persönliche Freude, sich für die Belange von Menschen mit Behinderungen sowie für Seniorinnen und Senioren in der Gemeinde Eichenzell einsetzen zu dürfen.
Während seiner gesamten Amtszeit hat er sich mit großem Engagement, hoher Verlässlichkeit und erheblichem persönlichem Einsatz für die Anliegen der Menschen stark gemacht.
Sein Ziel war es stets, Inklusion, gesellschaftliche Teilhabe und Barrierefreiheit nicht nur zu thematisieren, sondern konkret umzusetzen und die Lebensbedingungen vor Ort nachhaltig zu verbessern.
Besonders bewegt zeigt sich Udo Bauch von den zahlreichen positiven Rückmeldungen, die er im Laufe seiner Tätigkeit erhalten hat. Viele der von ihm betreuten und unterstützten Menschen hätten ihm ihren Dank und ihre Anerkennung ausgesprochen. Diese persönlichen Worte der Wertschätzung seien für ihn stets eine wichtige Motivation gewesen und hätten ihm gezeigt, wie bedeutend und notwendig diese Arbeit ist.
Geprägt war seine Tätigkeit auch durch seine eigenen Erfahrungen als schwerbehinderter Mensch. Dadurch konnte er die Herausforderungen des Alltags aus erster Hand nachvollziehen und gezielt praxisnahe Lösungen entwickeln sowie Betroffenen unmittelbar helfen.
Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit lag in der engen Zusammenarbeit mit Behinderteneinrichtungen, Vereinen, Sozialverbänden und weiteren Netzwerkpartnern. Der Aufbau und die Pflege dieser Kooperationen waren ihm ein großes persönliches Anliegen, da er Inklusion stets als gemeinsame Aufgabe verstanden hat.
In diesem Zusammenhang wurden gemeinsam mit lokalen Partnern mehrere größere Inklusionsveranstaltungen sowie insgesamt vier umfangreiche Inklusionsshows mit namhaften Musikkünstlern organisiert und erfolgreich durchgeführt, die vielen Menschen mit Behinderungen besondere und unvergessliche Erlebnisse ermöglichten.
Darüber hinaus war Udo Bauch in zahlreichen Einzelfällen ein verlässlicher Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger. Er unterstützte unter anderem bei Fragen zur Pflegeversicherung, bei barrierefreien Umbaumaßnahmen im häuslichen Umfeld sowie bei der Vermittlung von Seniorenplätzen und Tagespflegeangeboten.
Auf diese Weise konnte er in vielen Fällen ganz konkret zur Verbesserung der individuellen Lebenssituation von Betroffenen und deren Angehörigen beitragen.
Zu den weiteren Ergebnissen seiner Amtszeit zählen die Durchführung von Barrierechecks in verschiedenen Eichenzeller Ortsteilen sowie die Anstoßung konkreter Verbesserungsmaßnahmen.
Auf dieser Grundlage konnten Barrieren identifiziert und teilweise bereits beseitigt werden, auch wenn aus seiner Sicht weiterhin deutlicher Handlungsbedarf besteht.
Kritisch äußert sich Udo Bauch zu den Rahmenbedingungen seiner Tätigkeit. So weist er darauf hin, dass ein erheblicher Teil der im Rahmen seiner Amtsausübung entstandenen Aufwendungen von ihm selbst getragen werden musste.
Obwohl die entsprechende Satzung der Gemeinde vorsieht, dass notwendige Mittel zur Verfügung gestellt werden, kam es in der Praxis wiederholt zu Einschränkungen und Verzögerungen bei der Kostenerstattung.
Dies betrafen unter anderem Büro- und Sachkosten sowie die Nutzung privater Arbeitsmittel. In Verbindung mit einer nur teilweise kostendeckenden Kilometerpauschale stellte dies eine zusätzliche Belastung dar.
Darüber hinaus hätte er sich während seiner Amtszeit eine stärkere Unterstützung durch die Gemeindeverwaltung und Bürgermeister Johannes Rothmund gewünscht.
Nach seiner Wahrnehmung wurden Anträge und Anliegen teilweise verzögert oder erst nach mehrfacher Nachfrage bearbeitet. Insgesamt habe er den Eindruck gewonnen, dass dem Amt des Behindertenbeauftragten innerhalb der Verwaltung nicht durchgehend die notwendige Bedeutung und Wertschätzung beigemessen wurde.
Trotz dieser kritischen Aspekte zieht Udo Bauch auch eine insgesamt positive Bilanz seiner Tätigkeit. Besonders hebt er die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit engagierten Akteuren vor Ort hervor.
Hierzu zählen insbesondere die AWO-Quartiersmanagerin Andrea Tabaka, die Inklusionsnetzwerkerin Marilene Schmidt-Nohl, die Leitung des Eichenzeller Herrenhauses (Pia Fröhlich), der VdK Ortsverband Eichenzell, der Beratungsstelle „Keine Grenzen“, sowie die DRK-Gruppe „Menschen mit Behinderung“. Diese Partner seien eine tragende Säule für eine erfolgreiche Inklusionsarbeit gewesen.
Mit Blick auf die Zukunft zeigt sich Udo Bauch zuversichtlich, dass die Inklusionsarbeit in der Gemeinde Eichenzell weiterentwickelt und gestärkt werden kann.
Gleichzeitig sieht er weiterhin deutlichen Verbesserungsbedarf, um die Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen sowie von Seniorinnen und Senioren nachhaltig zu verbessern.
Sein persönliches Engagement bleibt davon unberührt: Seit mehr als 40 Jahren setzt sich Udo Bauch mit großer Leidenschaft im sozialen Bereich und insbesondere für Menschen mit Behinderungen ein.
Auch künftig wird er sich als Bürger, Inklusionsnetzwerker und – vorbehaltlich seines Einzugs – als Mitglied der Gemeindevertretung aktiv für Inklusion, Teilhabe und Barrierefreiheit einsetzen.
Abschließend wünscht Udo Bauch seiner Nachfolgerin oder seinem Nachfolger viel Erfolg sowie die notwendige Unterstützung für diese verantwortungsvolle Aufgabe.

