Lebensbrücke in Gersfeld: Neue Namen für vertraute Orte

Gastbeitrag von Michaela Ulrich
(Tanner Diakonie)

Das Wohnhaus „Haus Abraham“ bekommt Gesellschaft, genau genommen eine namenstechnische Verstärkung! Lange genug wurden die Gebäude der Lebensbrücke am Standort Gersfeld ganz nüchtern als „Wohnhaus 2“, „Wohnhaus 3“ und „Tagesstätte“ bezeichnet.

Damit ist nun Schluss: Im Frühjahr dieses Jahres erhielten die Gebäude endlich klangvolle und passende Namen - entwickelt in den eigenen Reihen.

In den vergangenen Wochen wurden die insgesamt rund 70 Mitarbeitenden der Einrichtung am Gersfelder Schlosspark dazu aufgerufen, kreative Namensvorschläge einzureichen.

Lediglich wenige Vorgaben, wie eine leichte Aussprache und ein biblischer Bezug, grenzten die Ideen ein kleines Stück weit ein. Die Resonanz war beeindruckend: Für das bisherige Wohnhaus 2 und Wohnhaus 3 gingen je über 30 unterschiedliche Vorschläge ein und auch für die Tagesstätte sogar 33 Namensvorschläge ein.

Auch die Beteiligung an der anschließenden Abstimmung war hoch: Aus den zahlreichen Ideen wurden jeweils vier Favoriten ausgewählt, über die schließlich abgestimmt wurde. Insgesamt 92 Stimmen führten zu einem eindeutigen Ergebnis, das im Rahmen der heutigen Feier bekannt gegeben wurde.

Die Einrichtungsleitung Tina Werrbach übergab anschließend symbolisch die neuen Hausschilder an die jeweiligen Teamleitungen.

Teamleitung Lukas Moeller aus dem bisherigen Wohnhaus 3 nahm das Schild „Haus Gabriel“ entgegen und erklärte: „Gabriel bedeutet ‚Gott ist meine Stärke“ – Stärke können wir gut gebrauchen.“ Das Wohnhaus 2 trägt künftig den Namen „Haus Johanna“.

Teamleitung Sebastian zeigte sich besonders erfreut, da der Vorschlag unter anderem von ihm stammt: „Mit Johanna haben wir jetzt auch einen weiblichen Namen. Die Bedeutung ‚Gott ist gnädig‘ ist bei uns jeden Tag spürbar.“

Für die Tagesstätte erhielt stellvertretend Nadja Köhler als Teamleitung von Haus Abraham das Schild „Haus Arche“ und brachte es treffend auf den Punkt: „Die Arche steht für Gemeinschaft – und genau das macht unser Haus Arche aus.“

Der Bürgermeister Dr. Steffen Korell hob in ein paar abschließenden Worten die gute Zusammenarbeit zwischen der Einrichtung und der Stadt Gersfeld sowie das Zusammenleben der Bevölkerung und den Klient*innen hervor: „Während meiner gesamten Amtszeit habe ich noch nicht eine kritische Stimme zu Ihrer Einrichtung gehört. Wir sind froh, dass Sie da sind.“

Dabei gehe es längst nicht nur um die geschaffenen Arbeitsplätze. In entspannter Atmosphäre wurde der Nachmittag bei frisch gegrillten Bratwürsten, Salat, kühlen Getränken, Kaffee und Kuchen sowie dem ein oder anderen Plausch abgerundet.

Nun gilt es, die neuen Namen im Alltag zu etablieren. Die Klient*innen sind bereits fleißig am Üben und verabschieden sich Schritt für Schritt von den bisherigen Bezeichnungen wie „Gelbes Haus“ oder „Blaues Haus“.