Windkraftplanung in der Rhön – Bürgerinitiative W4 reagiert kritisch

Beitrag von Rüdiger Christ

Mit deutlicher Kritik und großem Unverständnis reagiert die Bürgerinitiative gegen das Windkraftgebiet W4 auf den Beschluss der Regionalen Planungsgesellschaft Südwestthüringen Ende März.

Seit inzwischen acht Jahren kämpft die Initiative mit hohem ehrenamtlichem Einsatz für den Schutz der Rhöner Wälder und sieht ihre kontinuierliche Arbeit sowie die Anliegen vieler Bürgerinnen und Bürger erneut übergangen.

Trotz zahlreicher Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern, vielfältiger Aktionen vor Ort und breiter Unterstützung aus der Bevölkerung wurde aus Sicht der Initiative eine Entscheidung getroffen, die tief in Natur und Landschaft der Rhön eingreift. Für die BI ist dies ein weiterer Beleg dafür, dass die Bedenken vor Ort nicht ausreichend Gehör finden.

Nachfolgend veröffentlicht die Stadtlengsfelder Bürgerinitiative ihre Stellungnahme zu dem Beschluss und bekräftigt ihren weiteren Widerstand gegen die geplanten Eingriffe in die Rhöner Waldgebiete:

"Am 25.3.26 beschloss die Regionale Planungsgesellschaft Südwestthüringen den neuen Regionalplan. Damit soll die Vorgabe des Flächenbedarfsgesetzes für Windenergie von 1,7% der Landesfläche, ein Bundesgesetz aus der Habeck-Ära, umgesetzt werden.

Jetzt, einige Tage später werden die aktuell vorgesehenen Windvorranggebiete bekannt. Zwei Drittel davon liegen im Wald!!! Die neu beplanten Gebiete sind auf den Internetseiten der RPG einzusehen.

Unsere Region der Vorderrhön ist mit folgenden Standorten für Windkraftanlagen vorgesehen:

W 8 Dietrichsberg (Vacha)
W 12 Hoppberg (Dorndorf)
W 13 Lohberg (Vacha)
W 14 Salzunger Berg (Weilar)

Windräder über Weilar ( Foto: privat)

Die BI Stadtlengsfeld stritt in den vergangenen 7 Jahren gegen die Zerstörung des Waldes in der Rhön durch Windkraftanlagen. Das geplante Windindustriegebiet W 14 im Wald des Salzunger Berges bei Weilar / Urnshausen wird den dortigen, bereits geschwächten Baumbestand weiter schädigen.

Durch die exponierte Lage auf einem Bergsporn sind erhebliche Beeinträchtigungen für Landschaft und Menschen zu erwarten. Besonders betroffen sind die Orte Weilar, Urnshausen, Bernshausen, Hartschwinden und Stadtlengsfeld.

Wir rufen dringend dazu auf, sich zum Thema Windkraftanlagen in Weilar / Urnshausen zu informieren. Es betrifft alle Bewohner des Feldatales, unsere Heimat soll liebens- und lebenswert bleiben.

Wenn es bei uns erst aussieht wie in der Gegend von Naumburg, wenn das Land ausgetrocknet und der Wald zerstückelt ist, kein Weilarer Storch mehr fliegt und die Neidhardtshäuser Fledermäuse nicht mehr von ihrem nächtlichen Ausflug zurückkehren, wenn es durch Schall und Infraschall keine Stille mehr gibt und die Augen beim Blick vom Gläser keinen Ruhepunkt finden – WER kann dann noch stolz auf seine Rhöner Heimat sein ?

Windräder über Weilar (Foto: privat)

Deshalb informiert euch bei der Auslegung der Planungsunterlagen ab 4. Mai ( Landratsamt, Internet) .
Beteiligt euch am Einspruchsverfahren vom 18.Mai bis 20. Juli ( Briefe, Internet)
Macht Einwohnerversammlungen, sprecht mit euren Abgeordneten, lasst keine Lobbyisten rein und keine Spaltung in Profiteure und Benachteiligte zu.
Versucht den Frieden im Dorf zu wahren.

Wenn der Wald zubetoniert ist und die Monster in eure Häuser glotzen – IST ES ZU SPÄT !
Auf Schautafeln haben wir dokumentiert, welche Schäden im Wald bei der Errichtung von Windrädern im Wald entstehen. Informieren Sie sich in Urnshausen, gegenüber der Fleischerei Wenzel
Johannes Görg, BI Stadtlengsfeld".

Dazu hat die BI Bilder generiert wie sich die Entscheidungen der RPG auswirken könnten.

Windräder über Urnshausen (Foto: privat)