Aktionstag in Bad Salzungen: Ein voller Erfolg für Inklusion und Menschenrechte

Gastbeitrag von Doreen Weyh

Unter dem Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“ verwandelte sich der Marktplatz in Bad Salzungen am vergangenen Samstag in einen lebendigen Ort für Inklusion und Vielfalt.

Der Aktionstag, organisiert vom Verein zur sozialen und beruflichen Integration e. V. und gefördert durch die Aktion Mensch, zog zahlreiche Besucherinnen und Besucher an und setzte ein deutliches Zeichen für Vielfalt, Würde und Inklusion.

Der Aktionstag fand im Rahmen des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung statt. Jährlich erinnern bundesweit rund 500 Aktionen an diesem Tag daran, dass Inklusion ein unverhandelbares Menschenrecht ist.

Trotz der Fortschritte der UN-Behindertenrechtskonvention erfahren Menschen mit Behinderung in vielen Lebensbereichen nach wie vor Diskriminierung und Ausgrenzung. Die Aktion Mensch betont: „Eine inklusive, barrierefreie Gesellschaft darf kein Zukunftsversprechen bleiben.“

Vielfältige Angebote und Mitmachaktionen

Zahlreiche Vereine und Institutionen unterstützten den Aktionstag mit Infoständen, Mitmachaktionen und Parcours.

Vereine wie Aktiv im Leben, VdK, Blinden- und Sehbehindertenverein, Blindenhilfsmittel, das Sanitätshaus Schindewolf und Schneider, Hörgeräte Möckel, Blaue Kreuz, Demokratiewerkstatt, Mehrgenerationenhaus, Corona- und Krebs-Selbsthilfegruppen, AWO THD (Teilhabedienst – psychisch kranke Menschen), AGATHE sowie der Kinder- und Jugendschutzdienst boten den ganzen Tag über Aktionen, Informationen, inklusive Quiz, interaktive Elemente und praktische Hilfsmittel an.

Besonders die Mitmachaktionen fanden großen Anklang.

Das Ziel, Sichtwechsel und menschenrechtliche Themen greifbar zu machen und ein Dialog zwischen den Menschen mit und ohne Behinderung aktiv herzustellen und zu fördern, gelang an diesem Tag.

Auch die Bastelstationen fanden großen Anklang. T-Shirts konnten zum Beispiel mit Botschaften und Sinnsprüchen gestaltet werden.

Im Vorfeld hatten Schulen, Kindergärten, Institutionen und Vereine Plakate und Banner zum Motto „Menschenrechte sind nicht verhandelbar“ gestaltet, die den Marktplatz noch bunter, lebendiger und sichtbarer machten.

Bühnenprogramm als Höhepunkt

Pünktlich um 13 Uhr eröffnete der Aktionstag mit dem Inklusionssong des Wartburgkreises „Alle Menschen hier sind gleich“, einem Musikprojekt, das Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam erarbeiteten. Moderiert wurde das Programm von Nicole Briechle, Bürgerbeauftragte für Menschen mit Behinderung im Wartburgkreis.

Besonders bewegend war die Eröffnungsrede von Sabrina Otto, alleinerziehende Mutter von vier Kindern mit Beeinträchtigung, die über ihren Alltag und ihre Erfahrungen berichtete. Sie gab Einblicke in die Herausforderungen, aber auch in die Chancen eines selbstbestimmten Lebens und machte auf die Bedeutung der Menschenrechte aufmerksam.

Auch Bürgermeister Herr Bohl würdigte in seiner Ansprache die Bedeutung von Zusammenarbeit, Ehrenamt und gesellschaftlicher Teilhabe. Musikalische und tänzerische Darbietungen rundeten das Programm ab.

Die Dance-Company Gumpelstadt mit vier Gruppen im Alter von 5 bis 13 Jahren unter der Leitung von Sandra Albrecht, die Tanz-AG der Parkschule unter Leitung von Jessica Glöde und Stefanie Groß sowie die junge sehbehinderte Sängerin Nicole Christ begeisterten das Publikum mit Inklusionssongs, Klassikern von Nena und Rosenstolz sowie eigenen Interpretationen.

Zudem trugen Antje Thierfelder und Pascal Kehci mit persönlichen Erfahrungsberichten zum Thema Menschenrechte, sowie Maickel, Jackson und Leonie Otto mit Inklusionsgedichten zum Programm bei. Besonders beeindruckend war die Präsentation der Wucke-Schule Bad Salzungen, vertreten durch Leonie Otto und Nathalie Vogt, die ihre Förderschule in einem Schülerdialog vorstellten.

Mit ihrer Stimme, ihrer Ausstrahlung und ganz viel Gefühl nahm Nicole Christ zum Abschluss die Besucher noch einmal mit in ihre musikalische Welt. Sie sang den Song von Nenas „99 Luftballons“, begleitet von heliumgefüllten Luftballons, die in den sonnigen Himmel aufstiegen. Ein symbolischer Abschluss für ein buntes, friedliches und inklusives Miteinander.

Proteste und Diskussionen können auf verschiedenster Weise stattfinden. Der VSBI e. V. hat sich bewusst für eine Form entschieden, die auf Miteinander statt Gegeneinander setzt. Es wurde deutlich gemacht, welche Form von Protest wir vertreten, ohne dabei den Fokus zu verlieren.

Kulinarisches und Dank an alle Beteiligten

Für das leibliche Wohl sorgten Schöni and Friends Events mit Getränken und Grillgut. Ein Kuchenbuffet mit über 30 selbstgebackenen Kuchen konnte der VSBI e.V., unterstützt durch viele fleißige Hände, anbieten. Die musikalische Begleitung übernahm Roland von RMD.

Der Verein VSBI e. V. dankt allen Besucherinnen und Besuchern, Vereinen, Akteuren, Unterstützern, Helfern und Gönnern.

Ziel der Veranstaltung war es, Inklusion greifbar zu machen, Menschenrechte zu thematisieren und den Dialog zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern. Ein Ziel, das an diesem Tag eindrucksvoll erreicht wurde.