Beitrag von Martin Veltum
Was macht man, wenn man nicht laufen kann, aber das Dorf in Gefahr ist? Man trommelt um Hilfe.
Diese bewegende Geschichte eines afrikanischen Jungen namens Sosu war der Höhepunkt einer ganz besonderen Projektwoche: Die Grundschule Geismar beendete ihre Kulturtage mit einer mitreißenden Trommelreise – und schlug damit eine Brücke zwischen Afrika und dem eigenen Miteinander.
Am Mittwoch wurde die Sport- und Kulturhalle Geismar zur Bühne für Erzähler Markus Hoffmeister vom „TheoMobil e.V.“.
Gemeinsam mit der ganzen Schulgemeinschaft erlebten die Grundschulkinder, ihre Eltern und Lehrkräfte einen Vormittag voller Rhythmus, Spannung und wertvoller Lebensweisheiten – den perfekten Abschluss der diesjährigen Kulturtage als Projektwoche.
Von Afrika nach Geismar: Eine Geschichte, die bewegt
Im Mittelpunkt des Vormittags stand die Erzählung von Sosu, einem Jungen, der nicht laufen konnte und in einem kleinen Dorf am Meer lebte.
Als das Meer das Dorf zu überfluten drohte und alle in Gefahr waren, kroch Sosu zum Turm, erkletterte die Stufen und trommelte die Warntrommel – und rettete so das gesamte Dorf.
„Die Geschichte zeigt: Die Kraft, Großes zu bewirken, steckt oft in den Unscheinbarsten. Wir müssen sie nur entdecken und nutzen“, so der Tenor der Erzählung.
Eine weitere afrikanische Geschichte verdeutlichte einen zentralen Grundgedanken der Kulturtage: Was wir haben, sollten wir miteinander teilen – dann können wir Großartiges erreichen.
„Kein Trommelworkshop, sondern eine eigene Kunstform“
Doch was macht dieses Projekt so besonders? Markus Hoffmeister, der als Erzähler durch ganz Deutschland reist, betont: „Es ist kein reiner Trommelworkshop, sondern ein anspruchsvolles, pädagogisch wertvolles Erzählprojekt. Wir wollen die Erzählkunst als eigene Kunstform wiederbeleben – so wie es früher in der Rhön die Volkserzähler gab, die heutigen Kabarettisten.“
Rhythmisch, musikalisch, interaktiv: Die Kinder trommelten nicht nur mit, sie tauchten ein in fremde Welten, lernten über das Land, die Kultur und die Sprache Afrikas – und entdeckten dabei Werte wie Mut, Zusammenhalt und Nächstenliebe.
Für die Grundschule Geismar, die im Rahmen ihrer Kulturtage bereits viele Eindrücke aus Afrika gesammelt hatte, war dies der krönende Abschluss.
Premiere: Gemeinschaftsprojekt von Grundschule und Kindergarten
Erstmals fand die Trommelreise in Geismar als gemeinsames Projekt des Kindergartens „St. Michael“ unter der Leitung von Michaela Nimmich und der Grundschule Geismar unter der Leitung von Kathrin Rübsam statt. Die enge und gute Kooperation ermöglichte einen gelungenen Übergang zwischen Kita und Schule.
Wertschätzung für ein engagiertes Team
Die Grundschule Geismar zeigte sich begeistert von der Zusammenarbeit mit dem Kindergarten.
Schulleiterin Kathrin Rübsam dankte im Interview mit dem Rhönkanal dem Erzieherteam des Kindergartens „St. Michael“ um Leiterin Michaela Nimmich sowie ihrem eigenen Lehrer- und Erzieherkollegium für das hohe Engagement zur Organisation, Durchführung und Nachbereitung der Projekt- und Kulturtage: „Ohne diesen unermüdlichen Einsatz aller Beteiligten wäre ein solches Highlight nicht möglich gewesen. Ich bin unendlich dankbar für dieses großartige Team!“
Ein Projekt mit Wirkung – deutschlandweit unterwegs
Die Trommelreise von Markus Hoffmeister ist kein einmaliges Ereignis: Das Projekt ist in ganz Deutschland unterwegs (mehr unter www.trommelreise.de – dort finden sich auch Presseinformationen und Porträts des Erzählers).
In Geismar war es eine Premiere, die allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird: rhythmisch, musikalisch, interaktiv und voller Geschichten, die unter die Haut gehen. Ein würdiger Abschluss der Kulturtage.




















