Gastbeitrag von Alexandra Höbler
Auf dem Friedhof in Geisa hat die Stadt historischen Kriegskreuze rechts am Haupteingang erneuern lassen. An dieser Stelle ruhen insgesamt vier gefallene Soldaten sowie fünf Jugendliche aus Geisa, die in den letzten Kriegsjahren ihr Leben verloren.
Besonders tragisch ist das Schicksal von vier Geisaer Jugendlichen, die mit einer Gruppe von acht Jungen Pfingsten 1944 gemeinsam zur Wasserkuppe aufbrachen. Bei einem Bombenangriff kamen vier von ihnen dort ums Leben.
Die Stadt trauerte damals gemeinsam mit den Familien der Verstorbenen und schaffte mit dem Sondergrabfeld eine Erinnerung an diesen Schicksalsschlag. Ein weiteres Grab erinnert an einen Jugendlichen, der 1945 an den Folgen einer Kriegsverletzung verstarb.
Die vier Soldaten, die hier ihre letzte Ruhe fanden kamen im März/April 1945 ums Leben. Die Kreuze der Soldatengräber mussten nicht erneuert werden, da sie sich noch in einem ordentlichen Zustand befinden.
Über viele Jahre hinweg wurden die Gräber, die aus besonders gearbeiteten Holzkreuzen mit Kupferblech-Überdachung bestehen, von Angehörigen, später dann vom Bauhof der Stadt Geisa gepflegt.
Mit der Zeit verschlechterte sich jedoch der Zustand der Anlagen erheblich. Ein Kreuz war bereits abgebrochen und umgestürzt, die übrigen waren durch die Verwitterung ebenso beschädigt.
Aus diesem Grund war eine fachgerechte und dauerhafte Erneuerung erforderlich. Nach einer damaligen Begutachtung befasste sich der Kulturausschuss der Stadt Geisa gemeinsam mit dem Heimat- und Geschichtsverein Geisaer Amt mit dem Vorhaben.
Ziel war es, die Grabanlage an gleicher Stelle neu zu gestalten. Ursprünglich sollte ein Gedenkstein mit den Namen der Verstorbenen errichtet werden.
Die Denkmalbehörde plädierte jedoch nach eingängiger Beratung für die Erneuerung der Kriegskreuze nach historischem Vorbild. Der Stadtrat folgte dieser Empfehlung und beschloss damals die Umsetzung einstimmig. Die Zustimmung der katholischen Kirchengemeinde als Eigentümerin des Friedhofs wurde eingeholt.
An der Umsetzung beteiligte die Stadt regionale Betriebe. Die Fertigung der Holzkreuze nach historischem Vorbild übernahm die Schreinerei Michael Günther aus Geisa. Die Metallarbeiten wurden von der Spenglerei Matthias Fladung aus Gerstengrund ausgeführt.
Die Namen wurden von Malerin Barbara Bott vom Förderverein für Kunst, Kultur und Wissenschaft umgesetzt. Aufgestellt wurden die neuen Kriegskreuze im April durch die Mitarbeiter des Bauhofes Geisa, Martin Waider und Martin Schwert.
Die Planung und Organisation erfolgte durch den Bauhofleiter Rainer Wald in enger Abstimmung mit dem Friedhofsverwalter der Stadt Geisa, Matthias Köhler.
„Das ehrende Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges hat für die Stadt Geisa einen hohen Stellenwert“, betonte Bürgermeisterin Manuela Henkel.
„Die Grabanlage ist ein sichtbares Zeichen des Erinnerns und zugleich eine Mahnung, die Folgen von Krieg und Gewalt nicht zu vergessen.“
Mit der Erneuerung der Kriegskreuze ist ein wichtiger Beitrag zur Pflege des Andenkens und zur Bewahrung der Geschichte der Stadt Geisa geleistet worden.





