HEUTE ist internationaler Tag der biologischen Vielfalt: Lokales Handeln für Globale Wirkung

Gastbeitrag von Lena Gothe

Heute, am 22. Mai, ist der Internationale Tag der biologischen Vielfalt. In den letzten 50 Jahren haben sich die globalen Ökosysteme dramatisch verschlechtert.

Übernutzung natürlicher Ressourcen, die Zerstörung von Lebensräumen und in jüngerer Zeit auch der Klimawandel haben unter anderem zu einer Verkleinerung der untersuchten Wirbeltierpopulationen um mehr als 73 Prozent weltweit geführt.

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt 2026 steht unter dem Motto „Lokales Handeln für globale Wirkung (Acting locally for global impact)“.

Dieser Tag bietet Zeit zum Innehalten und Reflektieren, was wir alle für den Erhalt unserer Artenvielfalt tun können. Es bestehen vielfältige Angebote im Bereich der anerkannten Naturschutzverbände zum Beispiel als Fördermitglied oder ehrenamtliche Person tätig zu werden.

Dazu gehören spannende Aufgaben. So helfen etwa das Aufstellen von Amphibienschutzzäunen oder die Pflege von Streuobstwiesen der Artenvielfalt.

Auf dem eigenen Balkon können insektenfreundliche Blühmischungen angesät werden oder der Garten naturnah gestaltet werden, so dass auch Schmetterlinge, Wildbienen und viele Vogelarten dort Nahrungsangebote oder Lebensraum zum Brüten finden können.

Die Natura-2000-Station Rhön, angesiedelt beim Landschaftspflegeverband „Thüringer Rhön“ e.V. und Teil des Netzwerks der Natura-2000-Stationen in Thüringen, setzt hierbei wichtige Impulse für den Rhöner Naturschutz.

Ob Pflege naturnaher Streuobstbestände, Erhalt artenreicher Feuchtflächen oder Bekämpfung invasiver Neophyten; Station und Verband engagieren sich aktiv für die Förderung der biologischen Vielfalt sowie den Schutz bedrohter Arten und Lebensräume.

Darüber hinaus stehen sie landwirtschaftlichen Betrieben, Kommunen und Privatpersonen beratend zur Seite. Mit ihrem diesjährigen Jubiläum blickt die Station auf zehn Jahre engagierten Einsatzes in einer der 30 Hotspotregionen biologischer Vielfalt Deutschlands zurück.

Der Internationale Tag der biologischen Vielfalt schärft das Bewusstsein für die unverzichtbare Bedeutung der Biodiversität und erinnert uns daran, dass ihr Erhalt entscheidend für das Wohl von Natur und Mensch ist.

Die Arbeit des Thüringer Natura 2000-Netzwerks trägt dazu bei, dass Thüringens vielfältige Lebensräume – von Wäldern über Feuchtgebiete bis hin zu Wiesen – auch in Zukunft Heimat zahlreicher bedrohter Arten bleiben.

Hintergrund

Ende 2000 wurde der ursprünglich am 29. Dezember stattfindende Internationale Tag der biologischen Vielfalt auf den 22. Mai verlegt, an dem er seit 2001 offiziell begangen wird.

Das Ursprungsdatum entsprach dem Tag, an dem 1993 das Übereinkommen über die biologische Vielfalt ("Convention on Biological Diversity" CBD) in Kraft trat.

Diese verfolgt die Ziele der Erhaltung der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile sowie dem gerechten Ausgleich der Vorteile aus der Nutzung der genetischen Ressourcen.

Das Netzwerk Natura 2000-Stationen wurde 2016 in Thüringen gegründet, um den Schutz bedrohter Lebensräume und Arten zu verbessern sowie Artenvielfalt in der Region langfristig und nachhaltig zu sichern und zu fördern.

Die 12 Stationen, 2 Sonderaufgaben und das Kompetenzzentrum Natura 2000-Stationen initiieren Schutzmaßnahmen für die Erhaltung der Biodiversität in Thüringen, vor allem in den Natura 2000-Gebieten.

Die Betreuung erfolgt in Zusammenarbeit mit Behörden, Naturschutzorganisationen und Landwirten, um Naturschutz mit nachhaltiger Nutzung zu vereinen. Das Prinzip des Netzwerkes Natura 2000-Stationen ist bundesweit einmalig und seit 2019 in Thüringen gesetzlich verankert.