Holzrücken & Handwerkskunst – Rhöner Waldtag in Gerthausen

Gastbeitrag von Jeannine Müller

Bereits zum 9. Mal ludt der Gerthäuser Feuerwehrverein nun schon zum Rhöner Waldtag ins Rhönblick-Dörfchen Gerthausen ein. Die hochsommerlichen Temperaturen blieben in diesem Jahr leider aus, die Wetterlage eher kühl, aber zum Glück trocken.

2016 von den Gerthäusern Kay Schikora und Marcel Spengler, zusammen mit Holzrücker Horst Göbel aus Neidhartshausen, ins Leben gerufen, fand der Waldtag anfangs noch im Klausberg, zwischen Gerthausen und Weimarschmieden, statt.

Seit 2022 nun schon am Radweg zwischen Gerthausen und Aschenhausen, auf einer weitläufigen Wiesenfläche am Waldrand.

Das Gelände wurde wieder fabelhaft durch den Feuerwehrverein Gerthausen vorbereitet: gepflegte Wiesen und Wege, gute Beschilderung, ausreichend Parkplätze, Toiletten und eine top Versorgung, mit Getränken, Kaffee, Eis, einer riesigen Kuchenauswahl und Leckerem vom Grill, standen den rund 300 Besuchern zur Verfügung.

Auch abseits des Parcours konnte man wieder gut verweilen: die Stände von Werkzeugschleifer Thomas Schneider aus Wohlmuthausen, Manuel Heim aus Bettenhausen (Imkerei-Produkte), die kleine Keramikwerkstatt „Schnörkelei“ aus Römhild, Vogelhäuschen und Figuren aus Holz von Heike Büttner, Drechsler Jürgen Mink und Jules Faden aus Kaltenwestheim luden zum Schauen und Shoppen ein.

Die Kinder konnten sich beim Toben und Klettern auf der tollen Strohburg oder beim Schnitzen bei der Schnitzschule Empfertshausen gut beschäftigen.

Zur großen Freude der Kids war der Reitstall Vogt aus Fischbach wieder mit seiner Pferdekutsche vor Ort und so mancher drehte sicher nicht nur eine Runde mit ihr.

Traurige Nachrichten erhielt man im Vorfeld vom Vorjahressieger Mike Jakob aus Föritztal, dass dessen Siegerpferd "Zilli" krankheitsbedingt verstorben ist und dieser seine Teilnahme daher absagt.

Vielleicht kein gutes Omen…, denn es trudelten noch mehr kurzfristige Absagen ein, sodass am Ende insgesamt nur fünf Teilnehmer an den Start gingen.

Der 17-jährige "Gandalf", ein Kaltblut-Mix, stellte sich gleich zwei Mal dem Parcour, mit seinem aktuellen Besitzer Kay Schikora und mit seinem Vorbesitzer Daniel John-Rudloff aus Schwarzenborn.

Erstmalig in diesem Jahr konnten sich auch Ponys und Neulinge an dem anspruchsvollen Parcours versuchen. Schiedsrichter Bodo Kirchner aus Fambach nahm diese Herausforderung, mit seinem Shetlandpony-Gespann "Marta" und "Johann", gerne an.

Er war auch in diesem Jahr, neben Marcel Spengler und Andreas Seugling, wieder als Schiedsrichter im Einsatz. Zwölf Stationen - vom Holzklotz umwerfen und hochschieben, über die Brücke, eine Wippe und die Wasserdurchfahrt - galt es in einer angesetzten Zeit von 23 Minuten und einer möglichen Gesamtpunktzahl von 250 Punkten zu meistern.

Natürlich hatte man auch in diesem Jahr wieder neue Herausforderungen eingebaut, welche es mit Geschicklichkeit und Ruhe, trotz der Zeitvorgabe im Hinterkopf, zu „überwinden“ galt.

Pro weitere angefangene Minute gab es am Ende fünf Punkte Abzug. Man spürte auf beeindruckende Weise, manchmal fast wortlos, das grandiose und konzentrierte Zusammenspiel von Mensch und Tier und die Zuschauer staunten vor allem, über das so präzise und manchmal zentimetergenaue Ergebnis.

Hier wurde klar, warum auch in der heutigen Zeit, mit modernster Technik und schweren Maschinen, das ursprüngliche Holzrücken mit Pferden noch seine Daseinsberechtigung hat.

Gerade an Hängen, auf unwegsamen und schwer zugänglichen Geländen stößt die Technik an ihre Grenzen oder hinterlässt unerwünschte Spuren.

„Ein Pferd braucht wenig Platz und macht wenig kaputt. Du kannst überall rein und musst keine Schneisen schlagen“, erklärt Mitorganisator Marcel Spengler, welcher sich, berufsbedingt, mit großer Technik, aber als Pferdebesitzer auch mit Pferdestärke, auskennt.

Die Zuschauer fieberten gespannt mit und spendeten den Teilnehmern viel Applaus. Sehr unterhaltsam und charmant führte Adrian Schuchardt wieder als Moderator durchs Programm.

Am Ende konnte sich Lokalmatador Kay Schikora, zur großen Freude des Gerthäuser Publikums, mit seinem „Gandalf“ den 1. Platz sichern. Die Beiden erreichten 220 Punkte in überragenden 14,09 Minuten.

Auch den 2. Platz konnte sich „Gandalf“ sichern und zeigte, dass er auch mit Vorbesitzer Daniel John-Rudloff aus Hessen, noch ein super Gespann abgibt. Sie erreichten zusammen 210 Punkte in einer Zeit von 19 Minuten.

Den stolzen 3. Platz erreichte Hartmut Herold aus Waldfisch mit seinem „Ben“. Die Veranstalter bedanken sich herzlich bei Bodo Kirchner mit „Marta“ (Platz 4) und bei Marcus Morgenweck aus Bad Liebenstein mit „Zeus“ (Platz 5) für ihre Teilnahme.

Der Vereinsvorsitzende Jörg Horbank bedankt sich im Namen des ganzen Vereins auch herzlich bei der Agrargenossenschaft Helmershausen, Moderator Adrian Schuchardt, allen Ausstellern, dem Getränkevertrieb Eberwein, André Jas für die Bereitstellung der Musikanlage, allen Kuchenbäckern und den vielen fleißigen Helfern für ihre Unterstützung: „Dank EUCH Allen war es wieder eine tolle und gelungene Veranstaltung!“

Im nächsten Jahr, genauer gesagt am 8. Mai 2027 (Datum bitte vormerken!), steht das große 10-jährige Jubiläum an. Die Zuschauer dürfen sich auf viele Überraschungen freuen.

Das Organisatoren-Team freut sich auf eine rege Teilnahme und hoffentlich viele Anmeldungen zum Wettbewerb.

Auch Ponys und Neulinge sind wieder herzlich willkommen! Habt ihr Fragen dazu oder Anregungen, dann kontaktiert uns gerne (Tel. 0160-99593069 oder 0151-422 409 02)!