Gastbeitrag von Michaela Ulrich
Mit einer gut besuchten Vernissage wurde am Sonntag die 28. Ausgabe der inklusiven Kunstausstellung „Gestatten, Kultur!“ im Naturmuseum Tann eröffnet.
Seit mehr als einem Vierteljahrhundert schafft das Projekt der Tanner Diakonie einen besonderen Raum für Kunst, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe – und zeigte auch in diesem Jahr eindrucksvoll, wie vielfältig und verbindend kreatives Schaffen sein kann.
Zehn Künstler*innen der Tanner Diakonie sowie vier regionale Kunstschaffende präsentieren in diesem Jahr ihre Werke im Naturmuseum am Tanner Marktplatz.
Die Ausstellung vereint unterschiedlichste Stilrichtungen, Materialien und Ausdrucksformen und lädt Besucher*innen dazu ein, sich auf persönliche Geschichten, ungewöhnliche Perspektiven und emotionale Eindrücke einzulassen. Zur feierlichen Vernissage füllten zahlreiche Gäste die Ausstellungsräume.
Bürger*innen aus der Region sowie Angehörige und Freund*innen der Künstler*innen nutzten die Gelegenheit, gemeinsam einen stimmungsvollen Nachmittag zu erleben.
Geschäftsführer Stefan Burkard begrüßte die Gäste im Namen der Tanner Diakonie und betonte die besondere Bedeutung des Projekts, das seit 1999 für Begegnung, Dialog und gelebte Inklusion steht.
Im Mittelpunkt stehen Menschen mit Beeinträchtigung, die mit ihren Werken eindrucksvoll zeigen, wie ausdrucksstark, berührend und facettenreich Kunst sein kann.
Gemeinsam mit Künstler*innen aus der Region entstehe ein Raum, in dem unterschiedliche Lebensrealitäten, Fähigkeiten und Sichtweisen sichtbar werden und wertschätzend aufeinandertreffen. „Gestatten, Kultur!“ sei dabei weit mehr als eine klassische Ausstellung, so Burkard.
Kunst verbinde Menschen, baue Barrieren ab und mache insbesondere jene sichtbar, deren Stimmen im Alltag oft zu wenig gehört würden.
Bewusst werde deshalb auf eine Trennung der Werke nach persönlichen Hintergründen oder Beeinträchtigungen verzichtet, was bereits als Markenzeichen von ”Gestatten, Kultur!” zählt und der Ausstellung zu ihrer Einzigartigkeit verhilft.
Im Mittelpunkt stehe allein die Kunst und die individuelle Ausdruckskraft der Künstler*innen.
Auch die diesjährige Schirmherrin Monika Ebertowski, Leiterin der Kunststation Kleinsassen, nahm ihre Rolle ernst und präsentierte sich symbolisch mit Schirm.
In ihrem Grußwort würdigte sie die besondere Wirkung des Projekts: Kunst könne Grenzen überwinden, gewohnte Sichtweisen hinterfragen und neue Räume für Fantasie und Wahrnehmung öffnen.
„Gestatten, Kultur!“ mache genau diese Offenheit sichtbar und bringe Menschen zusammen, die im Alltag oft in getrennten gesellschaftlichen Bereichen wahrgenommen würden.
Unter der kuratorischen Leitung von Bernd Baldus entstand erneut eine abwechslungsreiche Ausstellung mit farbintensiven Bildern, detailreichen Zeichnungen und plastischen Arbeiten.
Die Werke der Klient*innen der Tanner Diakonie entstanden im Rahmen des Kunstangebots und -workshops der Tanner Diakonie, die von Bernd Baldus, Veronika Zyzik und Sandra Trinczek durchgeführt werden.
So spiegelt jedes Kunstwerk auf eigene Weise die Gedankenwelt, Emotionen und individuellen Ausdrucksformen der Künstlerin oder des Künstlers wider.
Nach ein kurzer Vorstellung der Ausstellenden Daniel Bock, Erhard Dänner, Rosemarie Günther, Anna E. Härtel-Geise, Kai Hohmann, Lina Kunkel, Johanna Noll, Alexander Pazatka-Lipinski, Nancy Peter, Karin und Lothar Reichardt, Ivan Rifert, Sunny und Katja Wieser, eröffnete Burkard offiziell die Ausstellung.
Musikalische Beiträge von Tony Osanah und “The Blues Tanner” (Hendrik Kleditz und Matthias Weidemann) sowie Kaffee und Kuchen rundeten die Vernissage ab.
Zum Ende der Veranstaltung wechselten bereits einige Werke die oder den Besitzer*in und dürfen bald in neuen Umfeldern erstrahlen und wirken.
Die Ausstellung „Gestatten, Kultur!“ kann noch bis zum 28. Juni 2026 im Naturmuseum Tann, Marktplatz 6, 36142 Tann (Rhön), besucht werden.






















