Weideauftrieb am Hünfelder Weinberg: Wichtig für die Pflege des Naturschutzgebietes

Gastbeitrag von Victoria Weber

500 Schafe, 60 Ziegen und 2 Esel grasen seit Sonntag bis zum Ende der Weidesaison im Naturschutzgebiet am Hünfelder Weinberg. Am Sonntagvormittag kamen die Tiere zum elften Mal von der „Schäferei mit Herz“ aus Leimbach auf dem Weinberg an.

Zum offiziellen Weideauftrieb begrüßte Schäfer Elmar Spies die zahlreichen Besucher. Der Weinberg besitzt einen der bedeutendsten Magerrasen im gesamten Biosphärenreservat. Sowohl die Silber- als auch die Rhöndistel sind hier zu Hause, Tag- und Nachtfalter sind in Vielfalt vorhanden.

Bürgermeister Benjamin Tschesnok dankte der Leimbacher Schäferei für ihren Einsatz am Weinberg. Der Weideauftrieb sei eine tolle Gelegenheit, den Besuchern zu zeigen, was es alles am Weinberg mit seiner hohen Biodiversität gebe.

„Das Abgrasen der Schafe, Ziegen und Esel hilft dabei, die Kalkmagerrasen als Teil des Naturschutzgebietes zu pflegen“, erklärte der Bürgermeister.

Elmar Herget vom Biosphärenreservat Rhön bezeichnete den Weinberg als Kleinod in der Nähe der Stadt mit vielen Orchideen und seltenen Schmetterlingen.

„Durch die natürliche Beweidung des Weinbergs wird die Artenvielfalt sichergestellt und das Kleinod erhalten“, sagte Herget.

Sarah Spies machte in einem kurzen Vortrag auf das Hirtenjahr 2026 aufmerksam und rückte die wichtige Rolle der Schäferinnen und Schäfer in den Mittelpunkt.

Weltweit leisteten Hirten einen unverzichtbaren Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft, zum Schutz der Biodiversität und zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen.

Gemeindereferentin Elke Jost segnete anschließend die Schafe am Weinberg. Außerdem wurde eine Orchideenwanderung mit Manfred und Anni Bender angeboten.

Je nach Wetterlage, bis etwa September, lebt die große Herde nun am Weinberg. Nachts werden die Tiere eingezäunt.