Zwischen Alpakas & Luthergeschichte: Kirchentags-Gewinner lösen Traumgewinn ein

Gastbeitrag von Julia Otto

Ein Gewinn, der zunächst für ungläubiges Staunen sorgte, entpuppte sich am ersten Maiwochenende als ganz besonderes Erlebnis.

Astrid Erdmann und ihre Tochter Lina haben ihren Hauptgewinn vom 39. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover nun im Lutherstammort Möhra eingelöst – und blicken auf drei eindrucksvolle Tage zwischen Natur, Geschichte und tierischen Begegnungen zurück.

Bereits vorab machten sie Station in Eisenach, wo sie bei einer Stadtführung auf Luthers Spuren die Stadt erkundeten – begleitet von traumhaftem Frühlingswetter mit blauem Himmel und warmen Temperaturen.

Gewonnen hatten die beiden langjährigen Kirchentagsbesucherinnen den Preis bei einem Lutherquiz am Stand des Kirchenkreises Bad Salzungen-Dermbach.

Unter insgesamt 272 Teilnehmenden sicherten sie sich den Hauptgewinn: eine Übernachtung im Tipi-Zelt für zwei Personen mit Alpakawanderung und Frühstück – direkt neben einer Herde.

„Das ist Fake, das kann nicht sein“, erinnert sich Astrid Erdmann lachend an den Moment der Gewinnbenachrichtigung – dabei zählen Alpakas und Kamele zu ihren Lieblingstieren. Auch Tochter Lina war überrascht: „Wir haben noch nie etwas gewonnen.“

Dass die Fragen des Lutherquiz für die beiden Katholikinnen nicht ganz einfach waren, nahmen sie dabei mit Humor.

Am Freitag, dem 1. Mai, reisten die Gewinnerinnen aus dem Sauerland (Kreis Soest) gemeinsam mit vier weiteren Begleitpersonen an. Zunächst stand eine Stadtführung „auf Luthers Spuren“ in Eisenach auf dem Programm, bevor am Samstag das eigentliche Highlight folgte: die Begegnung mit den Alpakas.

Nach einer ersten vorsichtigen Annäherung – die Tiere durften zunächst mit Hafer, Löwenzahn und Heu gefüttert werden – tauten die flauschigen Begleiter schnell auf.

„Erst waren die Alpakas sehr scheu, aber wenn man Geduld hatte, kamen sie ganz nah und fraßen aus der Hand“, berichtet Astrid Erdmann begeistert.

Vor allem die Wanderung mit den Alpakas Bingo und Diego wurde zum Höhepunkt: Der weite Blick über das Werratal und den Thüringer Wald sowie eine entspannte Rast unterwegs machten das Erlebnis unvergesslich.

Für die junge Lina war es die erste Begegnung mit Alpakas aus nächster Nähe: „Ich habe viel gelernt – zum Beispiel, dass sie nur an den Füßen schwitzen.“

Auch die Qualität der Alpakawolle beeindruckte die beiden: „Die Betten waren sehr angenehm. Man hat weder gefroren noch geschwitzt“, so Astrid Erdmann.

Die Wolle, die unter anderem für Bettwaren verwendet wird, ist aufwendig in der Verarbeitung und gilt als bis zu siebenmal wärmer als Schafwolle.

Neben der Übernachtung und der Wanderung gehörte auch ein Frühstück neben der Alpakawiese zum Gewinn – ein naturnahes Erlebnis ohne Strom und Komfort im klassischen Sinne.

„Es ist ein bisschen wie Camping, aber auf eine ganz besondere Art“, erklärt Anbieter Sven Kallenbach, der die Anlage seit 19 Jahren betreibt. Um die 17 Alpakas leben auf der angrenzenden Weide, die drei Tipi-Zelte bieten Platz für bis zu vier Personen.

Die Nachfrage nach dem außergewöhnlichen Angebot ist groß: „Die Wochenenden sind von Mai bis Oktober meist ausgebucht“, berichtet Sven Kallenbach.

Gäste kämen aus ganz Deutschland, viele zum ersten Mal nach Thüringen. „Das ist ein schöner Nebeneffekt – so lernen die Menschen unsere Region kennen.“

Für Astrid Erdmann und ihre Tochter steht fest: Besonders die Begegnung mit den die flauschigen Schmusetiere mit den großen Kulleraugen bleibt unvergessen.

„Die Alpakas haben uns am meisten begeistert“, resümiert sie. Vor der Heimreise durfte schließlich auch ein Besuch der Wartburg sowie des Lutherdenkmals und der Lutherkirche in Möhra nicht fehlen.

Ein Gewinn, der weit mehr als nur eine Übernachtung war – sondern eine kleine Auszeit, die lange in Erinnerung bleiben wird.