Gastbeitrag von Julia Otto
Der Himmel hatte andere Pläne als die Kirchgemeinde: Statt des geplanten Open-Air-Gottesdienstes am „Haunschen Hof“ in Bad Salzungen verlegte die Kirchengemeinde die Feier kurzfristig in die Stadtkirche.
Rund 40 Menschen kamen dort zusammen, um gemeinsam Himmelfahrt zu begehen. Gestaltet wurde der Gottesdienst von Pfarrer Karl Weber, Gemeindepädagogin Doreen Pehlert und der Kirchenältesten Solveig Meinhardt.
Im Mittelpunkt stand die Predigt von Pfarrer Weber, der das biblische Geschehen nicht als ferne Himmelsgeschichte, sondern als Einladung in einen neuen Alltag deutete.
Ausgehend von der Himmelfahrt Christi in der Apostelgeschichte beschrieb Karl Weber den Moment des Abschieds: Jesus wird den Jüngern entzogen, eine Wolke nimmt ihn auf, Stille bleibt zurück.
Diese Leere, so Karl Weber, kenne auch das menschliche Leben – wenn Sicherheiten wegbrechen, Beziehungen enden, eine Arbeit verloren geht oder ein Mensch stirbt. Gerade dort beginne jedoch etwas Neues: eine leise, aber beharrliche Hoffnung, dass es weitergeht.
Besonders eindrücklich zeichnete der Pfarrer den Übergang von der Zuschauerrolle der Jünger hin zum eigenen Handeln nach.
Aus Menschen, die nach oben schauen, werden solche, die aufbrechen. Himmelfahrt erscheine damit als Fest der Verwandlung: nicht Rückzug, sondern Bewegung; nicht Stillstand, sondern Auftrag.
Der zentrale Gedanke in der Predigt lag in der Deutung des „offenen Himmels“: Himmel sei kein fernes Jenseits, sondern erfahrbar im Alltag.
Dort, wo Menschen einander nicht allein lassen, wo Gespräche tragen, wo Hoffnung weitergegeben wird und wo Mitgefühl konkret wird.
„Der Himmel ist dort, wo jemand nicht abgeschrieben wird“, hieß es sinngemäß. Damit wurde Himmelfahrt als Gegenwartsfest verstanden, das die Gemeinde dazu einlädt, selbst solche Orte zu schaffen, an denen sich Himmel und Erde berühren.
„Solche Momente entstehen nicht von selbst. Sie entstehen, wo Menschen hingehen. Wo sie erzählen: von Jesus, von seiner Geschichte, von dem, was er ihnen bedeutet. Wo die gute Botschaft nicht nur gedacht, sondern spürbar wird. Im Handeln. Im Zuhören. Im Dasein“, betonte Karl Weber.
Musikalisch wurde der Gottesdienst von der neu gegründeten Bläsergruppe „AHA-Hornsound“ gestaltet. Das Trio aus Waldhörnern verlieh der Feier mit Liedern wie „Heaven is a Wonderful Place“ eine besondere Atmosphäre und prägte mit warmen, tragenden Klängen seinen ersten offiziellen Auftritt.
Bestehend aus Ariel Arnhold, Hartmut Meinhardt und Andreas Heck, entstand ein eindrucksvolles musikalisches Zusammenspiel. Dafür erhielten sie großen Applaus von den Gästen.
Die Freude am gemeinsamen Musizieren war deutlich spürbar und ging mit dem Wunsch einher, die Zusammenarbeit fortzusetzen. Andreas Heck ergänzte mit einem Lachen: „Ein Tubabläser würde noch gut dazu passen, dann könnten wir vierstimmig blasen.“
Das Trio möchte künftig noch stärker gemeinsam musikalische Projekte gestalten.
Der Blick richtet sich bereits auf das nächste Konzert von „AHA Hornsound“ im Rahmen des Open-Air-Gottesdienstes „LICHT und SALZungen“ am 19. September um 17 Uhr auf dem Marktplatz in Bad Salzungen. Herzliche Einladung!



