Abschlusstagung: „Das Grüne Band auf dem Weg zum Welterbe“

Mitteilung der STIFTUNG NATURSCHUTZ THÜRINGEN

Mit der Tagung „Das Grüne Band auf dem Weg zum Welterbe“ im Bauhaushotel in Probstzella endet heute die Veranstaltungsreihe „Auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe – Das Grüne Band in Thüringen“.

Die gemeinsam von der Stiftung Naturschutz Thüringen und dem Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur mit den Kooperationspartnern Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), ICOMOS Deutschland e.V. und dem Kooperationsprojekt von BUND und Deutscher Kulturrat e.V. „Auf dem Weg zum Welterbe: Natur- und Kulturraum Grünes Band“ organisierte Tagung bringt Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Naturschutz, Kultur, Politik, Wirtschaft und Tourismus zusammen, um über die nächsten Schritte im UNESCO-Bewerbungsprozess zu diskutieren und den gesellschaftlichen sowie politischen Rückhalt für das Vorhaben weiter zu stärken.

Die zweitägige Veranstaltung wird mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.

„Ein Welterbe-Status würde enorme Chancen bieten für die einmaligen Erinnerungs- und Naturorte am Grünen Band – aber da liegt noch ein langer Weg vor uns, den wir gemeinsam mit allen Anrainer-Bundesländern gehen wollen.

Die Perspektive für einen mehrjährigen Bewerbungsprozess ist deshalb eng an eine faire Kostenverteilung zwischen den Ländern und an eine erweiterte Unterstützung durch den Bund gebunden. Denn der Welterbe-Status strahlt am Ende auf alle gleichermaßen“, so Umweltstaatssekretärin Karin Arndt auf der Tagung.

Das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist ein weltweit einzigartiger Natur- und Erinnerungsraum. Auf dem früheren Grenzstreifen entwickelte sich über Jahrzehnte ein wertvoller Biotopverbund, der heute zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet.

Gleichzeitig erinnert das Grüne Band an die deutsche Teilung, an das Leben an der Grenze und an die friedliche Überwindung der deutschen und europäischen Teilung.

Ende 2023 traf die Kultusministerkonferenz (KMK) die wegweisende Entscheidung, das Grüne Band als UNESCO-Weltnaturerbe für die deutsche Tentativliste vorzuschlagen. Darüber hinaus wird derzeit geprüft, den Antrag zu einer sogenannten gemischten Welterbestätte weiterzuentwickeln, die sowohl Natur- als auch Kulturerbe umfasst.

Damit könnte das Grüne Band eine besondere Rolle innerhalb der deutschen UNESCO-Welterbelandschaft einnehmen.

„Das Grüne Band ist einer der bedeutendsten Offenlandbiotopverbund Deutschlands und ein Rückzugsraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten“, so Carlotta Schulz, stellvertretende Geschäftsführerin der Stiftung Naturschutz Thüringen

„Die Bewerbung als UNESCO-Welterbe bietet die Chance, diesen einzigartigen Naturraum langfristig zu sichern und seine internationale Bedeutung sichtbar zu machen.“

„Nur als gemischtes UNESCO-Welterbe entfaltet das Grüne Band die Symbolik, die ihm innewohnt. Es verbindet Natur, Kultur und Geschichte als Erfahrungs- und Gesprächsraum. Hier werden zornige Erinnerungen an Zwangsaussiedlungen und Grenztote genauso spürbar wie die Freude über die Wiedervereinigung und demokratische Erneuerung in Deutschland.

Die ehemalige Grenze verbindet heute als einzigartiger Naturort Ost- und Westdeutschland. Hier können Menschen ihre Geschichten erzählen, voneinander lernen und miteinander über ihre Zukunft sprechen“, so Dr. Peter Wurschi, Thüringer Landesbeauftragter
zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Im Rahmen der Tagung diskutieren Expertinnen und Experten aus Deutschland und Europa über die Potenziale des Grünen Bandes als Natur- und Kulturerbe, über grenzüberschreitenden Naturschutz, Erinnerungskultur und Demokratiebildung am Grünen Band.

Zu den Gästen zählen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Denkmalpflege, Naturschutz, Politik und internationalen
Partnerorganisationen.

Die Tagung findet zudem am historischen Ort statt: Probstzella in Thüringen war vor allem für seinen DDR-Grenzbahnhof bekannt, über den Interzonenzüge zwischen Westdeutschland und Berlin verkehrten.

Hintergrund: Veranstaltungsreihe

Mit der Veranstaltungsreihe „Auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe – Das Grüne Band in Thüringen“ begleiten die Stiftung Naturschutz Thüringen und der Thüringer Landesbeauftragte zur Aufarbeitung der SED-Diktatur aktiv den UNESCO-Bewerbungsprozess.

Insgesamt wurden 32 Veranstaltungen 2025 und 2026 durchgeführt, an denen sich über 20 Institutionen beteiligten. Die Reihe erreichte mehrere hundert Besucherinnen und Besucher.

Zahlen und Fakten zum Grünen Band

• Länge deutschlandweit: rund 1.400 Kilometer
• Länge in Thüringen: 763 Kilometer
• Lebensraum für mehr als 1.200 seltene und gefährdete Tier- und Pflanzenarten
• Einzigartige Verbindung von Naturschutz, Erinnerungskultur und Demokratiebildung
• Aufnahme in die deutsche Tentativliste für das UNESCO-Weltnaturerbe im Jahr 2023