Eichenzeller Dorfgemeinschaft setzt sich für den Erhalt des Weckfresserfestes ein

Gastbeitrag von Udo Bauch

Die Zukunft des Eichenzeller Weckfresserfestes stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung der Eichenzeller Dorfgemeinschaft (EDG) im Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde.

EDG-Vorsitzender Dirk Fischer begrüßte neben zahlreichen Vertretern der Eichenzeller Vereine auch Pfarrerin Ulrike Röder, Pfarrer Dr. Guido Pasenow sowie Ortsvorsteher Christian Meier.

Auslöser der intensiven Beratungen waren Überlegungen innerhalb der Gemeinde Eichenzell, das traditionsreiche Weckfresserfest künftig organisatorisch und strukturell neu auszurichten.

Hintergrund ist die angespannte Haushaltslage der Kommune, die eine Überprüfung sämtlicher freiwilliger Ausgaben erforderlich macht. Nach Angaben von Fischer verursacht die Durchführung des Festes derzeit Kosten von rund 12.000 bis 15.000 Euro.

Im Raum stehen verschiedene Modelle: So wird diskutiert, ob die Gemeinde sich künftig teilweise aus der Organisation zurückziehen, das Fest nur noch im zweijährigen Rhythmus stattfinden oder die Verkaufsstände öffentlich ausschreiben könnte. Dadurch wäre auch eine stärkere Beteiligung von Vereinen aus anderen Eichenzeller Ortsteilen denkbar.

Diese Überlegungen wurden von den anwesenden Vereinsvertretern kontrovers diskutiert. Besonders deutlich positionierte sich Gerhard Pankow von der Schützengemeinschaft Eichenzell.

Er erinnerte an die historische Ursprungsgeschichte des Weckfresserfestes, die eng mit dem Kernort Eichenzell verbunden sei. Der Überlieferung zufolge pilgerten einst die Eichenzeller Bürger zum Florenberg, um als Erste die begehrten frischen „Weck“ (Brötchen) zu erhalten. Daraus entstand der bis heute bekannte Ausspruch: „Die Eichenzeller sind schneller.“

„Das Weckfresserfest ist ein Stück Eichenzeller Identität und gehört zur Geschichte unseres Ortes“, betonte Pankow. Wenn die Gemeinde ein zusätzliches großes Dorffest für alle Ortsteile etablieren wolle, könne dies unabhängig vom Weckfresserfest erfolgen.

Dirk Fischer machte deutlich, dass die EDG im Falle eines Rückzugs der Gemeinde grundsätzlich mehr Verantwortung übernehmen müsste.

Dies würde auch bedeuten, dass die Dorfgemeinschaft künftig als Veranstalter auftreten und die damit verbundenen organisatorischen sowie finanziellen Risiken tragen müsste.

Am Ende der lebhaften Diskussion herrschte Einigkeit: Die Eichenzeller Dorfgemeinschaft spricht sich geschlossen dafür aus, das Weckfresserfest weiterhin in seiner bisherigen Form fortzuführen und möglichst viele Vereine des Kernortes aktiv einzubinden.

Die Vereinsvertreter sehen das Fest als einen wichtigen Bestandteil der örtlichen Identität und als bedeutenden gesellschaftlichen Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger.

Als mögliche Alternative zur Kostensenkung wurde angedacht, das Fest künftig wieder in einem kleineren Rahmen auszurichten – ähnlich wie in den Anfangsjahren ab 1997 im Schlossgarten. Dadurch könnten insbesondere die Kosten für die heutige großflächige Festmeile und die damit verbundenen Straßensperrungen reduziert werden.

Auch die allgemeine Situation der Vereine wurde im Rahmen der Sitzung thematisiert. Ortsvorsteher Christian Meier regte an, künftig verstärkt über gemeinsame Nutzungen von Vereinsräumen nachzudenken, um laufende Kosten zu senken.

Zudem seien aufgrund der Haushaltslage auch freiwillige Unterstützungsleistungen der Gemeinde für Vereine Gegenstand aktueller Diskussionen, was vermieden werden sollte, weil viele Eichenzeller Vereine ohnehin mit hohen Kosten und geringeren Einnahmen kämpfen müssen.

Michael Hohmann, Vorsitzender des Handwerker- und Kulturvereins, appellierte an die Vereine, künftig noch enger zusammenzuarbeiten.

„Nahezu alle Vereine kämpfen mittlerweile mit einem Mangel an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Gemeinsam lassen sich Herausforderungen besser bewältigen“, so Hohmann.

Die EDG wird zeitnah das Gespräch mit Bürgermeister Johannes Rothmund suchen, um die Position der Eichenzeller Vereine zur Zukunft des Weckfresserfestes persönlich darzulegen.

Pfarrerin Ulrike Röder unterstrich abschließend die gesellschaftliche Bedeutung solcher Veranstaltungen: „Feste wie das Weckfresserfest schaffen Begegnungen, stärken den Zusammenhalt und spiegeln das Leben einer Gemeinde wider.“

Zahlreiche Vereinsveranstaltungen für 2026 und 2027 geplant

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden die Veranstaltungstermine der Eichenzeller Vereine für die Jahre 2026 und 2027 abgestimmt.

Zu den Höhepunkten des Jahres 2026 zählt das 55-jährige Jubiläum des DRK Eichenzell am 27. und 28. Juni, das gemeinsam mit dem Pfarrfest der katholischen Kirchengemeinde gefeiert wird. Der Erlös aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf soll der Sanierung des Eichenzeller Kirchturms zugutekommen.

Der Rhönklub Eichenzell lädt bereits am 19. Juni zum traditionellen Haxenessen am Türmchen ein. Dabei werden letztmalig die weithin bekannten „Michels Haxen“ angeboten, da das Fleischereifachgeschäft Michel seinen Betrieb einstellen wird.

Weitere Höhepunkte sind unter anderem:

  • 40-jähriges Jubiläum der Eichenzeller Backgemeinschaft am 30. August in der Kulturscheune
  • Menschenkicker-Turnier der Eichenzeller Deifls am 4. Juli im Handwerkerhaus
  • Heimspiel-Event der Deifls im August
  • Großer Comedy-Abend der Eichezeller Deifls am 6. Dezember mit dem bekannten Duo Guido Fischer und Björn Jung
  • 115-jähriges Vereinsjubiläum des FC Britannia vom 4. bis 6. September
  • „Blau-Weißer Tag“ des FC Britannia am 20. September
  • Traditionelles Munkenhüttenfest des Gesangvereins Concordia am 6. und 7. September
  • Weißwurstfrühstück des Vereins „Leben und Arbeiten in Eichenzell“ am 20. September
  • Kartoffelfest des Rhönklubs am 13. September am Wartturm
  • Seniorennachmittag am 10. Oktober in der Kulturscheune

Ein besonderer Höhepunkt wird das Eichenzeller Herbstfestival am 16. Oktober in der Kulturscheune sein. Der Handwerker- und Kulturverein 1894 Eichenzell e.V. erwartet dabei unter anderem Stargast Stefan Mross.

Ergänzt wird das Programm durch Alexandra Hofmann, Natalie Holzner, Marie Winter sowie den ehemaligen DSDS-Teilnehmer ZENO.

Zur Adventszeit werden erneut die traditionellen Turmadvente stattfinden. Insbesondere der Adventssonntag am Eichenzeller Türmchen soll wieder gemeinsam von mehreren Vereinen gestaltet werden.

Auch für das Jahr 2027 stehen bereits zahlreiche Termine fest. Dazu gehören unter anderem die Pfarrfasching am 29. Januar, der Schruwegedanz am 8. Januar, das traditionelle Backfischessen des Angelsportvereins am 26. März, die Turmeröffnung des Rhönklubs am 1. Mai sowie vom 4. bis 6. Juni das 50-jährige Vereinsjubiläum des TLV Eichenzell.

Alle Veranstaltungen der Eichenzeller Vereine sind im Veranstaltungskalender der Gemeinde Eichenzell sowie in den Eichenzeller Nachrichten nachzulesen.

EDG-Vorsitzender Dirk Fischer führte in gewohnt zügiger Weise durch die rund einstündige Sitzung. Im Anschluss lud die katholische Kirchengemeinde die Teilnehmer zu einem gemeinsamen Imbiss und Getränken ein.