Gastbeitrag von Winfried Möller
Nach viereinhalb Tagen Fußmarsch erreichten 522 Wallfahrerinnen und Wallfahrer aus Fulda, Baunatal, dem Eichsfeld und Unterfranken, darunter 35 Musikerinnen und Musiker die Basilika zum Heiligen Blut im badischen Wallfahrtsort Walldürn. Gestartet waren sie am Samstag nach Pfingsten nach dem Aussendungsgottesdienst im Hohen Dom zu Fulda.
Über die Fulda-Eichsfelder-Straße kamen sie zum Ortsrand von Walldürn, wo sie von Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula, OFM Conv, weiteren Padres und Vertretern der Stadt Walldürn abgeholt und zur Basilika geleitet wurden.
Seit Hardheim hatte der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber die Wallfahrerinnen und Wallfahrer begleitet ,um mit ihnen nach dem Kniefall, Gebet und das Fünf-Wunden-Gebet am Blutaltar die Eucharistie zu feiern.
Die Eucharistiefeier stand unter dem Leitwort „Die Liebe hört niemals auf“ (1. Kor. 13,8) und wurde vom Fuldaer Bischof in Konzelebration mit mitgepilgerten Priestern und den Franziskanerpatres von Walldürn geleitet.
In seiner Predigt sprach Bischof Dr. Michael Gerber über seine Begegnungen und Gespräche auf dem Weg von Hardheim nach Walldürn. Das Ankommen sei mit starken Emotionen verbunden.
Besonders freue ihn, dass so viele Kinder, junge Menschen und auch Erwachsene den Weg zum ersten Mal gepilgert seien. Aber es sei auch für ihn ein besonders emotionaler Moment.
Im vergangenen Jahr habe er auf dem Weg von Hardheim nach Walldürn gesundheitliche Zeichen wahrgenommen, die ihn beunruhigt hätten. Eine schwere Krebserkrankung hätte zur Operation, Chemotherapie und Rehabilitation geführt und er habe bis Ende 2025 pausieren müssen.
Er dankte allen von Herzen, die ihn in der schweren Zeit der Krankheit durch gute Wünsche und im Gebet begleitet hätten. Walldürn ende nicht mit dem Ankommen, sondern gehe weiter. Er nannte Walldürn Grunderfahrung der Kirche.
Auf dem Weg von Fulda nach Walldürn erleben man bei aller persönlichen Unterschiedlichkeit, gemeinsam durch Christus geführt zu sein. Bezugnehmend auf das 2. Vatikanische Konzil betonte er, das wir Werkzeug und Zeichen der Einheit mit Gott seien.
Wichtig sei, dass wir Menschen uns gegenseitig in bedrohlichen Situationen Mut machen. Das Unterwegssein, die Erfahrung von Gemeinschaft, die herausfordere, andererseits Mut mache und einlade als Glaubende den Weg zu gehen, mache Kirche heute aus.
Am Schluss seiner Predigt wies Michael Gerber das Jubiläum „400 Jahre Walldürner Blutaltar“ hat betonte, das wir Menschen selbst Tempel Gottes seien. In der Eucharistie werde das gefeiert.
Von Bedeutung seien nicht, was wir leisten könnten . Zuinnerst seien wir Tabernakel, Tempel und Heiligtum in das Gott selbst einziehe. Er begegne uns mit Leib und Blut und wir dürften in begrüßen nicht nur auf der Wallfahrt, sondern immer mit „Sei uns gegrüßt oh heiliges Blut, komm uns und den armen Seelen zu gut“.
Auf dem Wallfahrtsweg von Fulda über Speicherz, Hammelburg, Leinach, Külsheim -jeweils Tagesmarschende- waren erfahrene Mitglieder des Sanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuz und dem Malteserhilfsdienst für die Verkehrssicherung und gesundheitliche Versorgung der Pilgerinnen und Pilger verantwortlich.
Weitere Funktionsträger waren die Kreuz- und Fahnenträger, das Lautsprecherteam mit dem Übertragungswagen und den fünf Doppellautsprechern, sowie die Fahrerinnen und Fahrer der notwendigen Begleitfahrzeuge.
Für die musikalische Begleitung auf der gesamten Pilgerstrecke und die Mitgestaltung der Eucharistiefeier in Walldürn waren die Wallfahrtsmusiker, die aus unterschiedlichen Musikvereinen kommen, sowie eine Organistin und ein Organisten verantwortlich. Ein Höhepunkt auf dem Weg war der Empfang mit Ehrungen in der Wallfahrtskirche „Maria im Grünen Tal“ bei Retzbach.
Am Ende der Eucharistiefeier in Walldürn wurden Wallfahrerinnen und Wallfahrer für 25-, 40- und 50-jährige Teilnahme von Bischof Dr. Michael Gerber, Wallfahrtsleiter Pater Josef Bregula, OFM Conv und der Fuldaer Wallfahrtsleitung Stefan Bildhäuser, Barbara Gutmann und Winfried Möller mit Urkunde bronzenem, silbernem und goldenem Wallfahrtsabzeichen geehrt.
Ehrungen:
25 Jahre:
Kornelia Kempel (Kalbach)
Dietmar Kömpel (Großenlüder)
Anja Lingnau (Kalbach)
Johannes Montag (Küllstedt)
Jutta Rau (Poppenhausen)
Rita Wehner (Fulda)
40 Jahre:
Winfried Bleuel (Dipperz)
Gertrud Boss (Marktbreit)
Regina Franke (Großentaft)
Peter Günkel (Ebersburg)
Barbara Gutmann (Lahrbach), Wallfahrtsleitung
Andrea Wehner (Reulbach)
Birgit Wilhelm (Eichenzell)
50 Jahre:
Georg Bahr (Fulda)


























































