Fördergelder gut angelegt – Schwung & Motivation für LEADER-Projekte

Gastbeitrag von Birgitt Schunk

Der Endspurt ist eingeläutet: Im sechsten Jahr der Förderperiode hat die Regionale Aktionsgruppe (RAG) LEADER „Henneberger Land“ in ihrer Mitgliederversammlung in Walldorf eine positive Bilanz gezogen.

Noch bis 2027 läuft der aktuelle Förderzyklus. Jahr für Jahr wurden auch in dieser Periode Akteure im Landkreis Schmalkalden-Meiningen und den ländlichen Ortsteilen der Stadt Suhl unterstützt, um innovative Projekte umzusetzen und das Leben auf dem Lande attraktiver zu machen.

Dabei wurde immer wieder deutlich, welches Engagement eine LEADER-Unterstützung freisetzen kann. Das zeigten beispielsweise auch die Akteure aus dem Haselgrund, die in der Mitgliederversammlung ihr Projekt „Haselpipe“ vorstellten.

Die jungen Leute träumten vor einigen Jahren von einem Treffpunkt für 12- bis 21-Jährige, der jeweils ein Areal fürs Skaten, aber auch Freizeit und Sport sowie fürs Relaxen vereinen sollte.

„Genau so etwas fehlte bei uns im Haselgrund“, berichtete Paul Marr, der Vorsitzende des Kinder- und Jugendbeirates der Stadt Steinbach-Hallenberg. Mit dem Verein zur Förderung der Sport- und Freizeitentwicklung im Haselgrund e.V. hatte man einen starken Partner an der Seite, der das vorantrieb und Verantwortung übernahm.

Die Wunschliste der jungen Leute war lang. Rund 400.000 bis 500.000 Euro waren da schon erforderlich, um alles umsetzen zu können. „Heute haben wir das alles fast 1:1 geschafft“, berichtete Paul Marr stolz. Regionale Unternehmen unterstützen das Vorhaben maßgeblich. „Bis einen Tag vor der Eröffnung haben wir noch Spenden gesammelt.“

Auch die Kommune stand dahinter und gab einen Zuschuss. Dank der finanziellen Förderung über die RAG mit 50.000 Euro aus dem LEADER-Topf sowie rund 16 000 Euro aus dem Regionalbudget konnte die Wunschliste weiter umgesetzt werden.

Skate-Elemente, Kombi-Bolzplatztore, Gartenhütte, Sitzgruppe sowie nötige Elektroinstallationen und Pflasterarbeiten zur Sicherung der Skate-Anlage wurden realisiert. 2024 wurde die „Haselpipe“ eröffnet.

Seitdem wird der Treffpunkt genutzt, aber auch um das eine oder andere Detail weiterentwickelt. Wichtig war den Machern und Unterstützern, dass von Anfang an die Jugend mit im Boot war.

„Es waren sehr viele junge Leute beteiligt, wir waren immer sichtbar“, so Paul Marr. Dies habe den Zusammenhalt gestärkt, viele motiviert und am Ende zum Ziel geführt.

Gezeigt habe die Umsetzung, dass junge Leute etwas erreichen könnten, wenn sie die Chance bekämen und ihnen Vertrauen entgegengebracht würde. So wurde die „Haselpipe“ auf breiten Schultern getragen und als echtes Gemeinschaftswerk umgesetzt – und LEADER leistete dazu einen entscheidenden Beitrag.

Auch im vergangenen Jahr wurden durch die LEADER-Geschäftsstelle zahlreiche Projektträger beraten und begleitet, der Erfahrungsaustausch unter den Akteuren organisiert und das Finanzmanagement realisiert.

Die im Mai durch die Revisoren Regina Filler und Uwe Börner realisierte Kassenprüfung zum Abschluss des Haushaltsjahres 2025 konnte ohne Beanstandungen abgeschlossen werden.

Somit war die Voraussetzung für die Entlastung des siebenköpfigen Vereinsvorstandes mit Felix Jacob Winkel als Vereinsvorsitzenden für das Haushaltsjahr 2025 gegeben.

Ansprechpartner sind die Regionalmanagerinnen Manuela Sbeih und Pauline Neuber vom Planungsbüro Sweco GmbH in Weimar, welches das LEADER-Management für die RAG in Regie hat. Allein 2025 gab es über 100 Beratungsgespräche.

Zahlreiche Projekte wurden von 2025 bis 2026 umgesetzt, weitere sind kurz vor der Fertigstellung. 2026 werden 14 private und 5 kommunale Maßnahmen gefördert.

Für diese Projekte hat das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) in Meiningen schon fast alle Zuwendungsbescheide an die Projektträger versendet.

Die Regionale Aktionsgruppe LEADER „Henneberger Land“ legt bei der Vergabe der Gelder die Kriterien der Regionalen Entwicklungsstrategie an, die erfüllt werden müssen. Gefragt sind pfiffige Ideen, die den ländlichen Raum voranbringen.

Der Ankauf von Rasenmähern sei beispielsweise kein innovatives Vorhaben, das man fördern werde, hieß es in der Mitgliederversammlung.

Nach wie vor sind neue Mitglieder in der Regionalen Aktionsgruppe (RAG) LEADER „Henneberger Land“ e.V. willkommen, die als Verein agiert.

Das Engagement lohnt sich: So wurden in den Jahren 2024 und 2025 insgesamt Mitgliedsbeiträge in Höhe von 85.000 Euro eingenommen. Über den Verein wurden in dieser Zeit immerhin Fördergelder in Höhe von 1,2 Millionen Euro in die Region geholt.

Und diese Zuschüsse ermöglichten Gesamtinvestitionen mit einem Volumen von rund zwei Millionen Euro, die dem ländlichen Raum zugutekommen.