Mitteilung des Bistums Fulda
Eine Gruppe mit sechs polnischen Gästen hat die Caritas im Bistum Fulda besucht. Gemeinsam mit dem Maximilian-Kolbe-Werk organisiert der Wohlfahrtsverband diesen Erholungsurlaub für Überlebende des Holocausts.
Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez empfing die Gruppe im Bischöflichen Generalvikariat. Im Gespräch mit fünf Frauen und einem Mann ging es um ihre Lebensgeschichten, ihre Erfahrungen nach dem Holocaust sowie um Fragen nach Gott, Kirche und einem langen, erfüllten Leben.
Auch die Gäste stellten Fragen zum Bistum Fulda und zur katholischen Kirche in Deutschland. Zur Erinnerung an den Besuch erhielten sie Tassen mit dem Ampelmännchen in Gestalt des heiligen Bonifatius.
Auch im Fuldaer Marianum berichtete die Gruppe von ihren Erfahrungen. Nach der Begrüßung durch Geschichtslehrerin Nathalie Rauch sprachen die Gäste mit Schülerinnen und Schülern der Oberstufe.
Eine Zeitzeugin erzählte, dass sie drei Jahre in einem Ghetto leben musste, bevor ihr Kindermädchen sie mit viel Geld „herauskaufte“ und bei sich zu Hause aufnahm.
Traditionell lädt auch der Hünfelder Bürgermeister die polnischen Gäste ins Rathaus ein. Benjamin Tschesnok folgte den Berichten der Besucherinnen und Besucher und kam mit ihnen ins Gespräch.
Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch sagte, die Caritas freue sich über die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Maximilian-Kolbe-Werk.
Besonders dankte er dem Dolmetscher Wieslaw Cislak und der Begleiterin Gisela Bauer, die die Reisegruppen seit vielen Jahren begleiten und ihnen Sicherheit sowie eine abwechslungsreiche Zeit bieten. Gerade heute sei es wichtig, die Erzählungen aus diesen „fürchterlichen Zeiten“ weiterzugeben.
Alle seien aufgefordert, ihr Bestes für ein Miteinander in Toleranz, Vielfalt und gegenseitiger Zuwendung zu geben.

