Gastbeitrag von Anja Nimmich
Unter dem Motto „Kräuter, Kunst & Kulinarik“ wurde vergangene Woche der neu angelegte Kneipp-Kräutergarten mit Sinnespfad sowie die dazugehörige Thymian-Duftsitzbank auf der Schlossterrasse in Geisa feierlich eingeweiht.
Bürgermeisterin Manuela Henkel konnte dazu zahlreiche interessierte Besucher begrüßen. Besonders willkommen hieß sie „Kneipp-Pfarrer“ alias Peter Wolf, die Thüringer Olitätenkönigin Barbara Kircher-Storch, Vertreter der Rhön GmbH sowie Nils Hinkel vom Biosphärenreservat Thüringische Rhön.
Das Projekt wurde mit Mitteln des Regionalbudgets des Biosphärenreservats zu 90 Prozent gefördert und soll das Bewusstsein von Bürgern und Gästen für Gesundheitsvorsorge und Naturerleben stärken.
Inspiriert von den Lehren Sebastian Kneipps steht dabei die Verbindung von Natur, Gesundheit und innerer Balance im Mittelpunkt. Der als „Wasserdoktor“ bekannte Naturheilkundler entwickelte im 19. Jahrhundert ein ganzheitliches Gesundheitskonzept, das auf fünf Säulen basiert: Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung.
Seine Philosophie verfolgt bis heute das Ziel, Körper und Seele gleichermaßen zu stärken. „Pfarrer Sebastian Kneipp setzte dabei auf fünf Säulen“, berichtete Peter Wolf. Besonders bekannt seien die Wasseranwendungen, die in Geisa im Wassertretbecken der Ulsteraue möglich sind.
Die Säule Bewegung wurde in Geisa bereits im vergangenen Jahr mit der Einweihung von vier Venentreppen aufgegriffen. „Kneipp empfahl keinen Hochleistungssport, sondern maßvolle und natürliche Bewegung an der frischen Luft, wie Wandern, Radfahren oder Gymnastik“, so Wolf.
Die drei weiteren Säulen umfassen eine ausgewogene, naturbelassene Ernährung, die Nutzung von Heilpflanzen, wie jenen im neuen Kräuterbeet auf der Schlossterrasse sowie eine achtsame Lebensordnung im harmonischen Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele.
„So kann der Duft der neuen Thymian-Sitzbank die Atemwege befreien und das Immunsystem stärken“, betonte Wolf. Zudem wirke Thymian nervenstärkend und stressreduzierend.
„Der Thymian verleiht sogar den Mut eines Adlers“, erläuterte anschließend die Thüringer Olitätenkönigin Barbara Kircher-Storch aus Buttlar. Besonders ging sie auf die Rose als Königin der Blumen ein, die erstaunlicherweise über eine Vielzahl wertvoller Inhaltsstoffe verfügt. Die Gäste durften anschließend an einem mitgebrachten ätherischen Rosenspray schnuppern.
Auch Salbei, Wermut, Lavendel und Rosmarin fanden in ihrem spannenden und äußerst unterhaltsamen Vortrag als Heilpflanzen ihren Platz.
Unterstützung erhielt die Olitätenkönigin von „Schwester Michaelis“, einer kräuterkundigen Klosterfrau alias Michaela Hahner, sowie von ihrer Tochter Claudia Kircher, die sich als Physiotherapeutin und Osteopathin ebenfalls intensiv mit der Kräuterwelt beschäftigt.
So entstanden informative, aber auch humorvolle Dialoge zwischen Tradition, Naturheilkunde und moderner Interpretation. Musikalisch wurde der Abend von Bettina Thüring aus Dermbach an der Harfe begleitet.
Ihre zarten Klänge unterstrichen die besondere Atmosphäre der Schlossterrasse mit ihrem beeindruckenden Panoramablick über die Rhön. Im Anschluss an den Vortragsteil wurden die Gäste zu einem liebevoll angerichteten Kräuterbuffet eingeladen.
Mit Rosenwasser, Holunderblütenwasser, Kräuterdips und weiteren regional inspirierten Spezialitäten fand der Abend einen genussvollen Ausklang.
„Die große Resonanz zeigte deutlich, wie stark das Interesse an naturverbundenen und gesundheitsfördernden Angeboten in der Region ist“, betonte Bürgermeisterin Manuela Henkel.
Die Point Alpha Akademie Schloss Geisa plant künftig weitere Veranstaltungen und Vorträge zu diesen Themen.












