Beitrag von Rüdiger Christ
Während tagsüber wechselhaftes Wetter mit zahlreichen Schauern herrschte, zeigte sich der Mittwochabend in der Rhön von seiner besten Seite. Bei Sonnenschein konnten die Organisatoren der Informationsveranstaltung zum geplanten Windvorranggebiet W 14 „Weilar – Salzunger Berg“ am 3. Juni auf dem Anger in Weilar mehr als 200 Interessierte begrüßen. Die Besucher kamen nicht nur aus Weilar, sondern auch aus den umliegenden Orten sowie aus Bad Salzungen.
Weilars Bürgermeister Harald Fey zeigte sich erfreut über die große Resonanz. In seiner Begrüßung dankte er allen Teilnehmern für ihr Interesse und wertete die hohe Beteiligung als positives Zeichen gelebter Demokratie.
Für die Initiativgruppe gegen das Windvorranggebiet W 14 begrüßte Rita Langer die Anwesenden, darunter Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk sowie den Ersten Beigeordneten des Wartburgkreises, Udo Schilling (beide CDU).
Die Aktivistin der Bürgerinitiative Stadtlengsfeld für die Erhaltung des Waldes eröffnete die Veranstaltung mit dem bekannten Ruf der Initiative: „Über allen Wipfeln schallt – keine Windkraft in den Wald!“, dem die Teilnehmer lautstark zustimmten.
Langer betonte, dass es sich um eine reine Informationsveranstaltung handle. Ziel sei es gewesen, über das geplante Vorranggebiet zu informieren, Fragen sachlich zu beantworten und den Bürgern die Möglichkeit zu geben, Einwendungen direkt vor Ort zu verfassen und abzugeben. Gleichzeitig erinnerte sie an den langjährigen Einsatz der Bürgerinitiative gegen das frühere Windvorranggebiet W 4 am Bornkopf, das im zweiten Entwurf des Sachlichen Teilplans Windenergie Südwestthüringen vom 26. März 2026 nicht mehr enthalten ist.
Umso größer sei die Überraschung gewesen, als stattdessen das neue Vorranggebiet W 14 „Weilar – Salzunger Berg“ ausgewiesen wurde. Nach eingehender Prüfung der Planunterlagen habe sich gezeigt, dass das Gebiet am Salzunger Berg in unmittelbarer Nähe des Sägewerks betroffen sei. Daraufhin hätten Bürger aus Weilar und Urnshausen gemeinsam mit der Bürgerinitiative Stadtlengsfeld Aktivitäten gestartet, um die Bevölkerung zu informieren und auf die Beteiligungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen.
Langer verwies dabei auf verschiedene aus Sicht der Initiative problematische Auswirkungen möglicher Windkraftanlagen, darunter Eingriffe in das Landschaftsbild, Schattenschlag, Infraschall, die Versiegelung von Flächen sowie mögliche Auswirkungen auf geschützte Tierarten und Waldökosysteme.

Gemeinsam mit ihrer Mitstreiterin Heike Herbst aus Urnshausen dankte sie den zahlreichen Unterstützern, die bei der Organisation, der Verteilung von Informationsmaterialien sowie der Öffentlichkeitsarbeit geholfen hatten.
Im weiteren Verlauf wurden die Ziele der Veranstaltung erläutert. Zum einen sollten Bürger aus den betroffenen Gemeinden Weilar, Urnshausen, Hartschwinden, Stadtlengsfeld und Dermbach Informationen aus erster Hand erhalten. Zum anderen unterstützten die Organisatoren beim Verfassen von Einwendungen gegen den aktuellen Planentwurf. Hierfür standen Formulare sowie thematisch vorbereitete Musterschreiben zur Verfügung. Die Initiatoren wiesen darauf hin, dass persönliche und konkret begründete Stellungnahmen besonders wichtig seien.
Die Einwendungen können noch bis zum 14. Juli 2026 eingereicht werden. Alternativ bietet die Initiative an, die gesammelten Schreiben am 15. Juli persönlich bei der Regionalen Planungsgemeinschaft Südwestthüringen in Suhl zu übergeben.
Im zweiten Teil der Veranstaltung informierten Udo Schilling sowie Martin Lachor vom Amt für Kreisplanung und Regionalentwicklung des Wartburgkreises die Einwohner über die Hintergründe des beschlossenen Windvorranggebietes W 14.

Lachor erläuterte, dass die Regionale Planungsgemeinschaft Südwestthüringen mit dem Sachlichen Teilplan Windenergie festlegt, in welchen Gebieten künftig Windkraftanlagen errichtet werden dürfen. Der aktuelle zweite Entwurf umfasst 40 neue Vorranggebiete mit einer Gesamtfläche von rund 7.483 Hektar. Dies entspricht etwa 1,8 Prozent der Regionsfläche.
Besonders hob Lachor hervor, dass ohne einen solchen Teilplan Windkraftanlagen grundsätzlich deutlich weniger steuerbar wären und Investoren wesentlich größere Freiheiten bei der Standortwahl hätten. Zudem verwies er auf die Bedeutung kommunaler Entscheidungen, wenn Windkraftanlagen auf gemeindeeigenen Flächen errichtet werden sollen.
Die Bürgerinitiative fordert in diesem Zusammenhang, dass sich die betroffenen Gemeinderäte schriftlich positionieren und ihre Stellungnahmen fristgerecht in Suhl einreichen. Aufgrund der weitreichenden Bedeutung des Themas für kommende Generationen spricht sich die Initiative außerdem für Bürgerbefragungen in den betroffenen Gemeinden aus.
Zum Abschluss appellierten die Organisatoren an die Bevölkerung, die Beteiligungsmöglichkeiten zu nutzen: „Beteiligt Euch! Nutzt Eure letzte Einspruchsmöglichkeit! Jeder Widerspruch zählt!“
Bereits am Montag, 15. Juni, findet um 18 Uhr in der Dermbacher Schlosshalle eine weitere Einwohnerversammlung zum Windvorranggebiet W 14 statt.











