Beitrag von Martin Veltum
In einer Scheune eines kleinen Rhöndorfes im Geisaer Amt ließ sich in diesen Tagen die Großartigkeit und Schönheit der Natur auf eindrucksvolle Weise erleben und beobachten.
Wie vielerorts in der Rhön haben sich auch hier Rotschwänzchen einen geschützten Platz für ihre Brut gesucht um ihren Nachwuchs erfolgreich aufzuziehen.
Vier hungrige Schnäbel unter dem Dach
Hoch oben auf einem Balken unter dem Scheunendach befindet sich das Nest der kleinen Singvögel. Vier Jungvögel reckten ihre Schnäbel erwartungsvoll in die Höhe und warteten auf die Rückkehr ihrer Eltern.
Für Naturfreunde bot sich dabei ein faszinierender Einblick in das Familienleben einer Vogelart, die in der Rhön noch häufig anzutreffen ist.
Im Minutentakt auf Futtersuche
Besonders beeindruckend war die Ausdauer der Vogeleltern. Unermüdlich waren sie vom frühen Morgen bis in die Abendstunden unterwegs, um Nahrung für ihren Nachwuchs zu beschaffen.
Im Minutentakt flogen sie das Nest an und versorgten die Jungvögel mit Fliegen, Mücken, Käfern und anderen Insekten. Kaum war ein Futtertier übergeben, begann bereits der nächste Suchflug.
Wer das Geschehen über längere Zeit beobachtete, konnte nur staunen. Die kleinen Singvögel legten eine bemerkenswerte Leistung an den Tag und zeigten eindrucksvoll, wie viel Einsatz notwendig ist, um eine Vogelfamilie erfolgreich großzuziehen.
Kleine Vögel mit großer Wirkung
Rotschwänzchen sind nicht nur ein schöner Anblick, sondern auch ausgesprochen nützliche Helfer. Während der Aufzucht ihrer Jungen fangen sie täglich zahlreiche Insekten und tragen damit auf natürliche Weise zur Regulierung von Fliegen, Mücken und anderen Kleintieren bei. Gerade in den Dörfern und Höfen der Rhön werden sie deshalb geschätzt.
Ihre Anwesenheit ist zudem ein Zeichen für eine vielfältige und intakte Natur, denn die Vögel sind auf ausreichend Nahrung und geeignete Brutplätze angewiesen.
Was tun, wenn sich Vögel in der Scheune einnisten?
Scheunen, Schuppen und Nebengebäude bieten den Vögeln oft ideale Brutplätze. Wer dort ein Nest entdeckt, sollte den gefiederten Mietern während der Brutzeit möglichst Ruhe gönnen.
Nester stehen unter Schutz und dürfen nicht entfernt oder umgesetzt werden. Arbeiten in unmittelbarer Nähe sollten nach Möglichkeit verschoben werden, damit die Altvögel ihren Nachwuchs ungestört versorgen können.
In den meisten Fällen dauert es nur wenige Wochen, bis die Jungvögel flügge werden und ihr Nest verlassen.
Naturerlebnis direkt vor der Haustür
Die kleine Vogelfamilie im Geisaer Amt zeigt eindrucksvoll, dass die schönsten Naturerlebnisse oft ganz nah liegen. Unter einem Rhöner Scheunendach wurde sichtbar, wie faszinierend, vielfältig und lebendig die Natur vor der eigenen Haustür sein kann.
Wer aufmerksam hinschaut, entdeckt selbst an scheinbar alltäglichen Orten kleine Wunder, die den Blick für die Schönheit der heimischen Tierwelt schärfen.




