Mitteilung des Bistums Fulda
Seit gut 30 Jahren ist Bischof Ambrose Pitchaimuthu aus Indien mit dem Bistum Fulda verbunden.
Bei einem Besuch im Bischöflichen Generalvikariat berichtete der Bischof von Vellore über die Situation seiner Diözese – und dankte besonders Brigitta Schnell aus Neuhof-Giesel, die durch Spendenaktionen und persönliche Hilfe fast 100 Priesteramtskandidaten das Studium finanziert hat.
Bischof Ambrose Pitchaimuthu hat den Bischofsvikar für die Weltkirche im Bistum Fulda, Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, im Bischöflichen Generalvikariat besucht.
Im Gespräch informierte der indische Bischof über die Situation in seiner Diözese Vellore im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. An dem Treffen nahm auch Steffen Jahn teil, Leiter des Dezernates Weltkirche im Bischöflichen Generalvikariat Fulda.
Vertraute Verbindung nach Fulda
Vellore ist eine Stadt mit rund 190.000 Einwohnern und seit 1952 Sitz eines römisch-katholischen Bistums.
Für Bischof Pitchaimuthu ist das Bistum Fulda vertraute Umgebung: Seit gut 30 Jahren übernimmt er hier Urlaubsvertretungen, unter anderem in den Kirchengemeinden Petersberg, Fulda-Lehnerz, Neuhof-Giesel und Großenlüder-Kleinlüder.
Am Sonntag, 28. Juni, zelebriert er um 8.45 Uhr in der Petersberger St. Lioba-Kirche die Heilige Messe.
Engagement von Brigitta Schnell
Der Gast aus Indien kam nicht allein ins Generalvikariat. Mit dabei war Brigitta Schnell aus Neuhof-Giesel, die sich seit Langem für die Belange der Weltkirche einsetzt.
Die inzwischen 86-Jährige unterstützte zunächst benachteiligte Kinder in Polen. Später förderte sie besonders die Priesterausbildung indischer Theologiestudenten, die aus ärmlichen Verhältnissen kommen.
Fast 100 Kandidaten unterstützt
Brigitta Schnell initiierte verschiedene Spendenaktionen und hat selbst inzwischen fast 100 Priesteramtskandidaten das Studium finanziert. Bischof Ambrose war der erste, den sie unterstützte.
Sie erinnert sich noch gut daran, wie sie und ihr Mann Bruno Schnell davon hörten, ob zwei junge Inder bei der Priesterausbildung finanziell unterstützt werden könnten.
„Wir machen das!“, habe ihr Mann, früher Schulleiter in Hosenfeld, gesagt. Dies sei der Beginn der langjährigen Freundschaft zum heutigen Bischof Ambrose gewesen.
Beispielhafte Nächstenliebe
Weihbischof Diez würdigte den jahrzehntelangen Einsatz von Brigitta Schnell. „Ihr Engagement verdient Hochachtung und ist beispielhaft für andere“, sagte er.
Für ihr vielschichtiges ehrenamtliches Engagement, gerade auch in kirchlichen Gremien ihrer Gemeinde, wurde Brigitta Schnell 2017 mit der Elisabethmedaille des Bistums Fulda ausgezeichnet.
Auch heute ist das langjährige kfd-Vorstandsmitglied noch als Kommunionhelferin, Lektorin und im Küsterdienst aktiv.
Dank für Hilfe aus Fulda
Bischof Ambrose dankte Brigitta Schnell, Weihbischof Diez und dem Bistum Fulda für die langjährige Unterstützung. Die Diözese Vellore erhalte keinerlei staatliche Hilfen und müsse Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen selbst finanzieren, berichtete der Bischof.
Bereits im Herbst 2025 hatte Bischof Ambrose den Fuldaer Weihbischof besucht. Auch diesmal schilderte er in Gegenwart von Steffen Jahn, wie schwierig die Situation für Christen in Indien aus seiner Sicht sei.
Unter dem indischen Premierminister Narendra Modi sei die Lage für Christen schwierig, sagte Bischof Ambrose. Modi verhehle nach seiner Einschätzung nicht seine feindselige Haltung; viele Christen würden vor die Wahl gestellt, entweder Indien zu verlassen oder sich zum Hinduismus zu bekennen.
Die Einschränkungen erschwerten die tägliche Arbeit sehr, so der Bischof. In seiner Diözese leben etwa 191.000 Katholiken, für die 148 Priester seelsorgerisch tätig sind.
Zur Person
Ambrose Pitchaimuthu wurde am 3. Mai 1966 geboren und im März 1993 zum Priester geweiht. Er wirkte unter anderem als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Indien und als Generalvikar des Bistums Chingleput.
Papst Franziskus ernannte ihn im November 2024 zum Bischof von Vellore. Die Bischofsweihe spendete ihm der Erzbischof von Madras-Mylapore, George Antonysamy, am 9. Dezember desselben Jahres.




