Nach einem der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre in Südthüringen konnte am Mittwochmorgen endlich Entwarnung gegeben werden. An der Einsatzstelle „Am Flutgraben“ auf dem ehemaligen RAW-Gelände in Meiningen meldete die Feuerwehr „Feuer aus“.
Nach dem Brandausbruch am Dienstagnachmittag hatten sich die aufwendigen Lösch-, Sicherungs- und Nachlöscharbeiten bis in die frühen Morgenstunden hingezogen.
Auch wenn die Flammen gelöscht sind, ist der Einsatz noch nicht vollständig beendet. Immer wieder können vereinzelte Glutnester aufflammen, die von der Feuerwehr bekämpft werden müssen. Da der Innenbereich der ausgebrannten Halle nicht mehr betreten werden kann, erfolgen die Nachlöscharbeiten ausschließlich von außen.
Die ehemalige Industriehalle ist durch die enorme Hitze akut einsturzgefährdet. Tragende Stahlbauteile wurden massiv beschädigt, Teile des Daches sind bereits eingestürzt. Die Feuerwehr warnt eindringlich vor Lebensgefahr und bittet darum, das Gelände keinesfalls zu betreten. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Bereich abgesperrt und gesichert.
Trotz des gewaltigen Feuers gibt es eine gute Nachricht: Verletzt wurde niemand. Auch die Warnmeldung für die Bevölkerung wegen der starken Rauchentwicklung wurde inzwischen aufgehoben.
Bei der Brandstelle handelt es sich um einen ungenutzten, stark zugewachsenen Teil des ehemaligen Reichsbahn-Ausbesserungswerks (RAW), der sich inzwischen in Privatbesitz befindet. Die Dampflok Erlebniswelt Meiningen sowie das benachbarte aktive Dampflokwerk der DB Fahrzeuginstandhaltung GmbH waren zu keiner Zeit gefährdet. Das DB-Werk konnte seinen Betrieb bereits am Mittwochvormittag wieder aufnehmen.
Mit 182 Einsatzkräften entwickelte sich der Brand zu einem der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Jahre in der Region. Die gewaltige Rauchsäule war bis weit nach Bayern sichtbar und führte dort sogar zu mehreren Fehlalarmierungen. Stadtbrandmeister Michael Friedrich erklärte am Mittwochmorgen, dass die Halle trotz des hervorragenden Zusammenspiels aller Einsatzkräfte nicht mehr zu retten war und als Totalverlust gilt.
Zur Brandursache und zur Höhe des entstandenen Schadens können derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Die Ermittlungen werden in den kommenden Tagen aufgenommen.
Für die Feuerwehren ist der Einsatz auch nach dem Löscherfolg noch nicht beendet. Atemschutzgeräte, Schläuche, Fahrzeuge und weiteres Material müssen in den nächsten Tagen gereinigt, überprüft und wieder einsatzbereit gemacht werden.
Bürgermeister Fabian Giesder kündigte an, dass nun zunächst die Brandruine gesichert werden müsse. Gleichzeitig werde die Stadt darauf hinwirken, dass der private Eigentümer seiner Verkehrssicherungspflicht nachkommt.
Zum Abschluss richteten Bürgermeister und Feuerwehr einen ausdrücklichen Dank an alle eingesetzten Feuerwehren, das DRK, das THW, die Polizei, die Stadtwerke, die Stadtverwaltung, das Landratsamt, das Ordnungsamt, den Stadtservice sowie die Medien.
Ein besonderer Dank galt außerdem den Unternehmen, die beim Wassertransport unterstützten, und den Bürgerinnen und Bürgern, die den Einsatz durch ihr umsichtiges Verhalten zu keiner Zeit behinderten.



