Gastbeitrag von Sabine Göbel
Einer der herausragenden Organisten seiner Generation, Professor Dongill Shin aus Südkorea, machte auf seiner Deutschlandtournee auch Station in Südthüringen.
Gemeinsam mit seinen mitgereisten Studenten gab er in der Region vier Konzerte – das letzte führte die jungen, vielversprechenden Künstler ins bayerische Ostheim.
Am Samstag nutzten die Musiker den Vormittag, um die historischen Instrumente des Orgelbaumuseums kennenzulernen. Nach dieser kurzen Besichtigung planten sie, passend zu den Orgeln, ihr nachmittägliches Konzertprogramm.
Die 1913 erbaute Steinmeyer-Orgel eignet sich hervorragend für Musik der Romantik. Hyunmin Jo und Dayeon Ko überzeugten mit anspruchsvollen Werken von Max Reger und zeigten eindrucksvoll die klanglichen Möglichkeiten dieser besonderen Orgel.
Eunhui So brachte außerdem mit einem monumentalen Werk von Franz Liszt die gesamte Klangvielfalt des Instruments zum Ausdruck – von feinsten Nuancen bis hin zu kraftvoller Klangfülle.
Professor Dongill Shin entschied sich für seine Interpretation zweier Werke von Johannes Brahms für eine weitere romantische Orgel aus dem Jahr 1900. Mit ihrem warmen, weichen Klang und seiner meisterhaften Gestaltung wurde die Darbietung zu einem besonderen Hörerlebnis.
Auch die Musik des Barock durfte im Programm nicht fehlen. Werke von Johann Sebastian Bach und François Couperin erklangen auf einer kleinen, dem barocken Stil nachempfundenen Hausorgel aus dem Jahr 1940.
Es ist nicht das Lieblingsinstrument von Organisten, die große barocke Konzert-Orgeln mögen, jedoch ist es nicht ohne Charme. Gerade ihr ungewöhnlicher Charakter und ihre besondere Klangfarbe verleihen der Hausorgel einen eigenen Reiz.
Yebon Bae, Hyunmin Choi und Jaeha Jang machten dies mit ihren Interpretationen eindrucksvoll hörbar. Das Publikum bedankte sich für diese abwechslungsreiche und musikalisch herausragende Stunde mit lang anhaltendem Applaus.
Die Begegnung mit den koreanischen Nachwuchskünstlern und ihrem international anerkannten Professor war ein eindrucksvoller Beleg für die verbindende Kraft der Orgelmusik und die Bedeutung historischer Instrumente als lebendige Kulturgüter.









