Mit Herz, Respekt & Ovationen – Stadtlengsfeld sagt Danke an Schulleiter Udo Schlotzhauer

Es war ein Tag voller Emotionen an der Staatlichen Gemeinschaftsschule Stadtlengsfeld.

Neben der feierlichen Zeugnisausgabe und der Ehrung der besten Schülerinnen und Schüler stand vor allem ein Mensch im Mittelpunkt, der die Schule über Jahrzehnte geprägt hat: Schulleiter Udo Schlotzhauer wurde nach mehr als 40 Jahren im Schuldienst und nach über drei Jahrzehnten an der Schule in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Schon am frühen Morgen wartete auf ihn eine Überraschung, mit der er nicht gerechnet hatte. Rund 270 Schülerinnen und Schüler, 19 Lehrerinnen und Lehrer, drei Horterzieherinnen, zwei Sekretärinnen sowie der Hausmeister bildeten ein Spalier und empfingen ihren Schulleiter mit lang anhaltendem Applaus.

Sichtlich bewegt ging Udo Schlotzhauer durch die Reihen in die Turnhalle, wo ein liebevoll vorbereitetes Programm auf ihn wartete.

Jede Klassenstufe hatte sich etwas Persönliches einfallen lassen. Kleine, selbst gebastelte Geschenke wurden überreicht – keine wertvollen Präsente, sondern Erinnerungsstücke mit viel Herz.

Passend zum Motto wurde Udo Schlotzhauer sogar symbolisch wie ein römischer Kaiser auf den Thron gesetzt.

Die Idee dazu entstand spontan im Geschichtsunterricht: So wie einst die Römer ihren Augustus ehrten, sollte auch der langjährige Schulleiter für sein Lebenswerk gewürdigt werden.

Dass ihm dieser Abschied so viel bedeutet, war Udo Schlotzhauer deutlich anzusehen. „Ich fühle mich sehr geehrt“, sagte er nach dem Programm.

Besonders habe ihn berührt, wie viel Mühe sich die Kinder gemeinsam mit den Lehrkräften gemacht hätten. Von der Überraschung habe er vorher nichts gewusst. „Ich wusste, dass irgendetwas läuft, aber was genau, das hat mir niemand verraten.“

Die Schule werde ihm fehlen. Nach so vielen Jahren mit Kindern und Kollegen sei sie ihm ans Herz gewachsen. Gleichzeitig freue er sich darauf, gemeinsam mit seiner Frau den neuen Lebensabschnitt auf sich zukommen zu lassen und endlich Zeit für Dinge zu haben, die bisher oft zu kurz kamen.

Auch für das Kollegium war dieser Abschied alles andere als gewöhnlich. Kollegin Kristin Klotzbach machte deutlich, warum dieser Tag so besonders gestaltet wurde.

Udo Schlotzhauer habe die Entwicklung der Schule entscheidend mitgestaltet. Unter seiner Leitung entwickelte sich die frühere Grund- und Regelschule zur heutigen Thüringer Gemeinschaftsschule – ein Schritt, der viel Engagement und Überzeugungsarbeit erforderte.

Er sei stets ein Schulleiter gewesen, der Menschen mitnehme, statt Druck auszuüben, immer ein offenes Ohr hatte und jeden mit Respekt behandelte. Deshalb werde immer ein Stück von ihm an der Schule bleiben.

Mit Stolz blickte der scheidende Schulleiter auch auf die Zukunft der Schule. Sein größter Wunsch sei es, dass das Konzept der Thüringer Gemeinschaftsschule weitergeführt und als Erfolgsmodell etabliert werde.

Kinder aller Altersstufen könnten hier voneinander lernen und gemeinsam wachsen. Die in Stadtlengsfeld steigenden Schülerzahlen seien für ihn bereits heute ein Zeichen dafür, dass dieser Weg der richtige sei.

Es war ein Abschied, wie ihn sich wohl jeder Lehrer wünschen würde – voller Wertschätzung, ehrlicher Dankbarkeit und großer Herzlichkeit.

Ein Tag, der nicht nur das Ende einer beeindruckenden Schullaufbahn markierte, sondern auch zeigte, welchen bleibenden Eindruck ein Mensch hinterlässt, wenn er seine Aufgabe mit Leidenschaft, Menschlichkeit und Herz erfüllt.