Mitteilung des Bistums Fulda
Der Internationale Orgelsommer im Fuldaer Dom beginnt am Sonntag, 5. Juli. Den Auftakt gestaltet Fuldas Domorganist Max Deisenroth, der auch künstlerischer Leiter der Konzertreihe ist.
An vier Sonntagen im Juli und August spielen renommierte Organisten aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz die große Domorgel. Beginn ist jeweils um 16.30 Uhr.
„Unser traditioneller Orgelsommer mit jeweils vier großen Konzerten hat bei Freunden der Orgelmusik weit über Fulda hinaus einen hohen Stellenwert", erläutert Domorganist Max Deisenroth.
„Weil wir stets bewusst auch Interpretinnen und Interpreten aus Nachbarländern einladen, ist es in der Tat eine Veranstaltung mit internationalem Flair. Musik kennt keine Grenzen."
Deisenroth wirkt seit Herbst 2025 als Domorganist und ist künstlerischer Leiter der Konzertreihe in Fulda.
„Monumente" zum Auftakt
Ein besonderes Anliegen ist Deisenroth die Pflege der Improvisation, also der Kunst, Musik im Moment und aus dem Moment heraus zu schaffen. Deshalb räumt er der Improvisationskunst am 5. Juli im ersten Konzert des Orgelsommers einen gebührenden Platz ein.
„Monumente" lautet der Titel und rote Faden des Konzerts. Jedes Werk ist auf seine Weise ein Monument: Bachs Fantasie und Fuge g-Moll eröffnet gravitätisch, im Mittelteil spinnt sich in Alains Variations sur un thème de Clément Janequin aus einem schlichten Thema ein komplexes harmonisches Gebilde, um wieder in Schlichtheit zu münden.
Den Abschluss bilden Sätze aus Widors 6. Symphonie, die zu den Monumenten der französischen Orgelsymphonik gehören.
Zwischen diesen Orgelwerken stehen die Improvisationen: eine Introduktion und Passacaglia über „Wer nur den lieben Gott lässt walten" und schließlich ein Mosaik.
„Bühne frei für die Orgel"
Mona Hartmann, Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, ist seit kurzem Professorin für Orgel an der Hochschule für Kirchenmusik in Witten.
„Bühne frei für die Orgel“ überschreibt die junge Organistin ihr Konzertprogramm für den 26. Juli. Drei programmatische Musiken, die nicht zwangsläufig und zuerst für Orgel komponiert wurden, warten auf die Zuhörer.
Den Beginn macht die berühmte „Tannhäuser"-Ouvertüre von Richard Wagner in der Transkription von Lemare und der Organistin selbst.
Von Deutschland geht es nach Frankreich: Gabriel Fauré nutzte für seine Suite Pelléas et Mélisande das gleichnamige Schauspiel des Belgiers Maurice Maeterlinck als Vorlage; für Orgel transkribierte Louis Robillard das Werk.
Den Abschluss bildet mit „Ad nos ad salutarem undam" von Franz Liszt ein im Ursprung für Orgel komponiertes Werk, dessen musikalisches Material Giacomo Meyerbeers Oper „Le prophète" lieferte.
Musikalisch nach Frankreich
Frédéric Blanc ist seit 1999 Titularorganist der Kirche Notre-Dame d'Auteuil mit ihrer berühmten, im Kern von Cavaillé-Coll erbauten Orgel.
Am 16. August nimmt er das Publikum mit nach Frankreich: Neben Improvisationen lässt er Werke der französischen Romantik erklingen: Duruflé, Tournemire, Vierne.
Mit drei Improvisationen stellt Blanc sich in eine Reihe mit seinen französischen Landsleuten und zeigt dem Publikum ein wenig von „seinem" Frankreich.
„Musik und Architektur" zum Abschluss
Stéphane Mottoul ist Hof- und Stiftsorganist an der Hofkirche St. Leodgar in Luzern. Sein Konzertprogramm für den 30. August steht unter dem Titel „Architektur aus Klang – Jehan Alain & Maurice Duruflé".
Musik und Architektur entwickeln sich in weiten Teilen parallel, ohne sich einzuhegen oder ihrer Freiheit zu berauben.
Den Beginn markiert eine Improvisation: Präludium und Fuge im deutschen Barockstil, also Musik in der Form der Epoche, aus der die Fuldaer Kathedralkirche stammt.
Eine Kathedrale anderer Art entsteht mit Maurice Duruflés „Prélude, Adagio et Choral varié sur le ‚Veni creator'", das einen Bogen zur ehemaligen Fuldaer Abtei spannt: Der Text des Veni creator wird Hrabanus Maurus zugeschrieben, der im 9. Jahrhundert Mönch in Fulda war.
Nach der Improvisation eines Scherzos im neoklassischen Stil erschließt sich eine andere Klangwelt: Jehan Alains Trois Danses.
Allgemeine Infos
Die Konzerte finden im Rahmen des Kultursommers Main-Kinzig-Fulda statt. Die Reihe wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und unterstützt von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.
Eintritt: zehn Euro, ermäßigt sieben Euro. Weitere Infos gibt es im Internet unter: www.kultursommer-hessen.de





