Restaurierte Marienfigur erstrahlt in neuem Glanz: Gemeinsames Engagement in Borsch

Gastbeitrag von Karin Reinhard

Die Marienstatue an der Kapelle „Maria Heimsuchung“ in Borsch, auch liebevoll „Kleine Kirche“ genannt, präsentiert sich nach einer aufwendigen Restaurierung wieder in ihrer ganzen Schönheit.

Mit großem handwerklichem Können, viel Sorgfalt und Liebe zum Detail wurde die Figur aus dem Jahr 1899 instandgesetzt und lädt Besucherinnen und Besucher erneut zum Innehalten, Beten und Kraftschöpfen ein.

Die Borscher feierten – wie seit Generationen – das Patronatsfest Maria Heimsuchung.

Am Sonntag, dem 5. Juli 2026, feierte die Kirchengemeinde ihr Patronatsfest. Der Festgottesdienst begann um 10 Uhr mit einem feierlichen Einzug.

Pfarrer Ulrich Piesche begrüßte die Festgemeinde sowie den Hauptzelebranten und Festprediger, Pfarrer i. R. Engelbert Dietrich, der von 1974 bis 1995 Pfarrer in Borsch war.

Engelbert Dietrich bedankte sich für die guten Worte zur Begrüßung und fuhr fort: „Wir feiern Maria Heimsuchung. Maria ist auf dem Weg zu ihrer Cousine Elisabet, um sie zu besuchen. Sie bricht auf, um Elisabet zu unterstützen und zu helfen. Hier zeigt sich wahre Solidarität.“

In seiner Predigt griff Dietrich verschiedene Facetten des Lebens auf und stellte die Frage, warum Menschen auch heute noch zur Kirche gehen.

Gerade in einer Zeit, die von Krisen, Kriegen und Sorgen geprägt sei, sei Gott eine Quelle der Hoffnung. Diese Hoffnung schenke Kraft und Zuversicht und helfe, Sorgen und Nöte zu tragen. Die Kirche könne dabei Trost und Orientierung geben.

Gleichzeitig erinnerte Dietrich daran, wie wichtig Dankbarkeit für das eigene Leben sowie für Frieden und Wohlstand sei – Werte, die im Alltag oft als selbstverständlich angesehen würden.

Er ermutigte die Gottesdienstbesucher, sich an Maria ein Beispiel zu nehmen, aufzubrechen, füreinander da zu sein und Solidarität zu leben. Auch Dietrichs Erinnerungen an seine Zeit in Borsch fesselten die Gottesdienstbesucher.

Zum Abschluss des Gottesdienstes dankte Pfarrer Piesche allen, die bei der Vorbereitung und Durchführung mitgewirkt haben, besonders Pfarrer Dietrich, der Kinder- und Jugendschola „Notendiebe“, dem Organisten, dem Kantor, dem Alphornbläser, dem Küster, dem Lektor, den Messdienern sowie allen Gottesdienstbesuchern.

Zur Festandacht um 14.30 Uhr mit Prozession, begleitet von den Ulstertaler Musikanten, wurde die restaurierte Muttergottesstatue über dem Eingang der Kapelle feierlich geweiht.

Bereits am 2. Juli, dem eigentlichen Gedenktag Maria Heimsuchung, konnte die aufwendig restaurierte Muttergottesstatue vom Steinmetzbetrieb Otmar Schüler aus Borsch wieder in die leere Nische über dem Eingang gesetzt werden. Nun erstrahlt sie in neuem Glanz.

Ein besonderer Dank gilt dem genannten Steinmetzbetrieb aus Borsch sowie dem Steinbildhauermeister Joachim Mühlen vom Kunsthof Haunetal.

Er gestaltete die Gesichter der Gottesmutter Maria und des Jesuskindes behutsam neu. Die freundliche und zugewandte Ausstrahlung verleiht der Statue eine besondere Wärme und Lebendigkeit.

Auch die Neugestaltung der Nische in einem warmen Rotton trägt wesentlich dazu bei, die Marienfigur eindrucksvoll hervorzuheben und ihre Ausstrahlung noch stärker zur Geltung zu bringen.

Die Restaurierung war zugleich ein Gemeinschaftsprojekt vieler engagierter Helferinnen und Helfer aus der Kirchengemeinde. Zahlreiche ehrenamtliche Arbeitsstunden wurden in den Gerüstbau, Malerarbeiten und weitere Tätigkeiten investiert.

Dieses Engagement zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam Verantwortung für ihre Kirche und ihr Dorf übernehmen.

Im Zuge der Arbeiten wurde außerdem die historische Türeinfassung der Kapelle aus dem Jahr 1691 fachgerecht instandgesetzt.

Für die Maurerarbeiten bedankt sich die Kirchengemeinde bei der Firma Trabert-Bau, für die Steinmetzarbeiten erneut bei der Firma Schüler. Die Malerarbeiten übernahmen Mitglieder der Kirchengemeinde in Eigenleistung.

Die Gesamtkosten der Restaurierungsmaßnahmen beliefen sich auf rund 3.000 Euro.

Möglich wurde das Projekt durch die großzügige Unterstützung der Deschauer Stiftung aus Geisa sowie durch zahlreiche Spenden aus der Kirchengemeinde. Allen Förderern und Spendern spricht die Kirchengemeinde ihren herzlichen Dank aus.

Mit der Restaurierung konnte ein wertvolles Zeugnis des Glaubens und der Ortsgeschichte für kommende Generationen bewahrt werden. Die Kirchengemeinde hofft, dass die erneuerte Marienstatue viele Menschen erfreut, Trost spendet und sie auf ihrem Glaubensweg begleitet.

Im Anschluss an die Andacht kamen die Gäste zum Pfarrfest im Pfarrhof zusammen. Bei Kaffee und Kuchen, Getränken und Gegrilltem klang der Festtag in geselliger Runde aus.