Appell an Bevölkerung: So kann man helfen, Wald- & Flächenbrände zu verhindern

Gastbeitrag von Christopher Eichler

Die anhaltende Hitze und Trockenheit erhöhen derzeit auch im Landkreis Schmalkalden-Meiningen die Gefahr von Wald- und Flächenbränden erheblich.

Bereits in den vergangenen Tagen mussten die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis mehrfach zu Bränden auf Feldern, Wiesen und in Waldgebieten ausrücken.

Erst am Dienstagabend waren rund 70 Einsatzkräfte bei einem Waldbrand zwischen Jüchsen und Queienfeld im Einsatz, um eine weitere Ausbreitung der Flammen zu verhindern.

Auch am Mittwochabend mussten die Feuerwehren erneut zu einem Waldbrand ausrücken. Zwischen Schwarza und Christes geriet ein Waldgebiet in steiler Hanglage in Brand. Rund 50 ehrenamtliche Einsatzkräfte waren dort über etwa drei Stunden im Einsatz.

Die größte Herausforderung stellten die schwierige Zuwegung, die anspruchsvolle Topografie mit Steilhang und dichter Naturverjüngung sowie der starke Wind dar.

Die Wasserversorgung musste über Faltbehälter und lange Wegstrecken zur nächsten Wasserentnahmestelle sichergestellt werden. Aufgrund der hohen Temperaturen war der Einsatz auch körperlich äußerst belastend, sodass die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken frühzeitig organisiert werden musste.

Nur durch das schnelle und professionelle Eingreifen der Feuerwehren konnte eine weitere Ausbreitung des Brandes verhindert werden.

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen appelliert deshalb eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, in den kommenden Tagen und Wochen besonders umsichtig zu handeln und alles zu vermeiden, was einen Brand auslösen könnte.

„Viele dieser Einsätze wären vermeidbar gewesen. Jeder von uns kann mit seinem Verhalten dazu beitragen, Brände gar nicht erst entstehen zu lassen“, betont die Hauptamtliche Beigeordnete des Landkreises, Susanne Reich.

„Gerade in dieser außergewöhnlichen Hitze reicht oft schon ein kleiner Funke aus, um trockenes Gras, Felder oder Waldflächen in Brand zu setzen. Die Folgen können verheerend sein.

Wir erleben derzeit in vielen europäischen Ländern, welche katastrophalen Ausmaße Wald- und Flächenbrände annehmen können. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, solche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen und unsere Natur, unsere Kulturlandschaft und letztlich auch Menschenleben zu schützen“, so die auch für Sicherheit und Ordnung zuständige Fachbereichsleiterin.

Besonders sorgloser oder fahrlässiger Umgang mit offenem Feuer kann in diesen Tagen schnell schwerwiegende Folgen haben.

Das gilt für Lagerfeuer ebenso wie für das unerlaubte Verbrennen von Gartenabfällen oder Grünschnitt. Aber auch eine achtlos weggeworfene Zigarette kann ausreichen, um einen Böschungs-, Wiesen- oder Waldbrand zu entfachen.

Hinzu kommt, dass derzeit auch die Wetterbedingungen die Brandgefahr erheblich verschärfen.

Feuerwehrfachleute sprechen von der sogenannten 30-30-30-Regel: Treffen Temperaturen von über 30 Grad Celsius, eine relative Luftfeuchtigkeit von unter 30 Prozent und Windgeschwindigkeiten von mehr als 30 Kilometern pro Stunde zusammen, herrschen hochkritische Bedingungen für Vegetationsbrände. Genau diese Situation war am gestrigen Tag im Landkreis gegeben.

„Wir dürfen dabei eines nicht vergessen: Hinter jedem Alarm stehen Frauen und Männer, die ihre Freizeit, ihre Familienzeit und nicht selten auch ihre eigene Gesundheit für die Sicherheit anderer einsetzen.

Unsere Feuerwehren bestehen überwiegend aus ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden. Sie verlassen ihren Arbeitsplatz oder stehen mitten in der Nacht auf, um Menschen zu helfen.

Dieses Engagement verdient größten Respekt – und es verpflichtet uns alle dazu, vermeidbare Einsätze gar nicht erst entstehen zu lassen“, unterstreicht Reich.

Neben der Belastung für die Einsatzkräfte können Vegetationsbrände erhebliche Schäden in der Natur, auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie an privatem Eigentum verursachen und Menschenleben gefährden.

Häufig bleiben zerstörte Wald- und Lebensräume über viele Jahre hinweg geschädigt. Gleichzeitig binden solche Einsätze Feuerwehrfahrzeuge und Personal, die im Ernstfall an anderer Stelle dringend benötigt werden.

Der Landkreis bittet deshalb eindringlich darum, insbesondere folgende Verhaltensregeln zu beachten:

  • Keine Zigaretten achtlos wegwerfen.
  • Gartenabfälle und Grünschnitt nicht verbrennen, sondern ausschließlich über die vorgesehenen Entsorgungswege abgeben.
  • Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras, Waldwegen oder Wiesen abstellen. Heiße Fahrzeugteile, insbesondere der Katalysator, können trockenes Gras entzünden.
  • Offenes Feuer nur dort entzünden, wo es ausdrücklich erlaubt ist.
  • Möglichst nur auf befestigten Flächen grillen und dabei ausreichend Abstand zu Gebäuden, Hecken, Bäumen, Sträuchern und trockener Vegetation halten.
  • Grillkohle vollständig auskühlen lassen. Glut und Asche niemals heiß in Mülltonnen oder auf Grünflächen entsorgen. Erst vollständig abgekühlte Asche gehört in den Restmüll.
  • Glut im Zweifel mit ausreichend Wasser vollständig ablöschen. Vor dem Verlassen des Grillplatzes sicherstellen, dass keine Glutnester mehr vorhanden sind.
  • Ausschließlich geeignete Grillanzünder verwenden. Niemals Spiritus, Benzin oder andere Brandbeschleuniger einsetzen, da diese lebensgefährliche Stichflammen oder Explosionen verursachen können.
  • Kinder niemals unbeaufsichtigt an Feuer- oder Grillstellen lassen und sie frühzeitig über die Gefahren von Feuer in der Natur aufklären.
  • Verdächtigen Rauch oder Brände sofort über die Notrufnummer 112 melden. Dabei möglichst den genauen Standort angeben und – sofern gefahrlos möglich – die Einsatzkräfte bis zu ihrem Eintreffen einweisen.

In Wäldern gilt insbesondere zu beachten:

  • Im Wald gilt unabhängig von der Waldbrandgefahr ein ganzjähriges Rauchverbot – auch auf Waldwegen.
  • Offenes Feuer außerhalb des Waldes muss mindestens 100 Meter vom Waldrand entfernt sein.
  • Zufahrten zu Wäldern müssen jederzeit für Einsatzfahrzeuge freigehalten werden.
  • Brände in Wäldern, auf Feldern oder Wiesen unverzüglich über die Notrufnummer 112 mit möglichst genauer Ortsangabe (beispielsweise anhand von Forstrettungspunkten) melden.
  • Nach Möglichkeit bis zum Eintreffen der Feuerwehr am Einsatzort bleiben und die Einsatzkräfte einweisen.

Der Landkreis weist zudem darauf hin, dass die aktuelle Trockenheit voraussichtlich noch länger anhalten wird. Umso wichtiger ist es, dass alle gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Jeder vermiedene Funke kann dazu beitragen, Menschenleben zu schützen, unsere Landschaft vor langfristigen Schäden zu bewahren und Großbrände zu verhindern, wie sie derzeit in vielen Teilen Europas zu beobachten sind.

Wer sich selbst für die Sicherheit seiner Heimat engagieren möchte, ist herzlich eingeladen, Teil einer Freiwilligen Feuerwehr zu werden. Neue Kameradinnen und Kameraden werden in vielen Städten und Gemeinden des Landkreises jederzeit willkommen geheißen.