„Lasst uns zusammen feiern!“ – Festgottesdienst zur 1231-Jahrfeier in Kaltenwestheim

Gastbeitrag von Julia Otto

„Lasst uns zusammen feiern!“ Mit diesen Worten begann Pfarrerin Katrin Mang ihre Festpredigt am Sonntag, 23. August 2026, in der gut besuchten Kirche von Kaltenwestheim.

Unter den Gästen neben Politik und Kirche war auch Peggy Greiser, Landrätin des Landkreises Schmalkalden-Meiningen. Der Gottesdienst war Teil der Festwoche zur 1231-Jahrfeier des Ortes, die am Samstag begonnen hatte und bis Sonntag, 30. August, dauert. Geschichte und Gegenwart, persönliche Erinnerungen und der Blick auf die Zukunft kamen dabei zusammen.

Geschichte, Lebensgeschichten, Traditionen und Bräuche, gute und schwere Jahre, Herausforderungen, Enttäuschungen und Hoffnungen – all das gehöre zu einem solchen Jubiläum, sagte die Pfarrerin.

„1231 Jahre Geschichte sind für einen so kleinen Ort wie Kaltenwestheim wirklich erstaunlich und sie sind echt ein Grund zum Feiern.“

1231 – „Eins, zwei, drei und los“

Die ungewöhnliche Jubiläumszahl griff Pfarrerin Katrin Mang gemeinsam mit den Konfirmandinnen und Konfirmanden auf. Vier Konfirmandinnen und Konfirmanden kamen nach vorn und hielten nacheinander die Zahlen 1, 2, 3 und 1 hoch.

Dazu sagte die Pfarrerin: „Eins, zwei, drei und los.“ Aus der Zahlenfolge wurde ein Bild für den langen Weg des Ortes. Generationen vor den heutigen Bewohnerinnen und Bewohnern hätten aufgebaut, gewagt, gelacht und geglaubt.

Sie hätten sich zusammengetan und etwas bewirkt. Die letzte Eins der Zahl 1231 stehe dabei für die eine Gemeinschaft und für einen neuen Anfang im Hier und Jetzt.

Kaltenwestheim lebt durch seine Menschen

In Ihrer Predigt nahm Katrin Mang das Bild aus dem 1. Petrusbrief auf. „Dieses Dorf ist lebendig. Und es lebt durch die Menschen hier“, so Katrin Mang.

Sie erinnerte an die vielen, die Kaltenwestheim mittragen: Engagierte in Vereinen, Menschen in kommunaler Verantwortung, Frauen und Männer in der Kinderbetreuung und Bildungsarbeit sowie diejenigen, die sich ehrenamtlich für andere einsetzen.

Auch Christinnen und Christen, die ihren Glauben leben, für andere beten und Anteil am Leben ihrer Mitmenschen nehmen, gehörten dazu.

„Sie alle, und noch viele mehr, sind lebendige Steine“, sagte die Pfarrerin. Ihre unterschiedlichen Begabungen, Charaktere und Lebensgeschichten machten das Zusammenleben stabil und lebenswert.

Das Jubiläum sei damit nicht nur ein Blick zurück, sondern auch ein Dank an die Menschen, die heute Verantwortung übernehmen und Kaltenwestheim mitgestalten.

Als Eckstein und Fundament stellte Katrin Mang Jesus Christus heraus. Menschen und politische Verhältnisse hätten sich in 1231 Jahren verändert, das Fundament des Glaubens aber sei geblieben.

Jesus Christus könne Orientierung geben und dazu ermutigen, füreinander einzustehen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.

Hans-Kurt Ebert kehrt zurück

Für einen besonders persönlichen Moment sorgte der Überraschungsgast Hans-Kurt Ebert. Der Thüringer Liedermacher und Kirchenmusiker wurde in Kaltenwestheim geboren.

Seine Eltern Else und Kurt Ebert waren von 1939 bis 1946 als Pfarrersleute im Ort tätig. In der Kirche, in der der Festgottesdienst gefeiert wurde, wurde Ebert getauft.

„Hier wurde ich geboren. Und hier in dieser Kirche wurde ich getauft“, sagte Ebert. Mit Liedern und Anekdoten ließ er Erinnerungen an Kaltenwestheim und seine Geschichte wieder aufleben.

Geschichten von früher wurden hörbar, Menschen erkannten sich wieder, sangen mit und schmunzelten. Der Beitrag wurde mit lang anhaltendem Applaus aufgenommen.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von „Nedertshüsern“ des NTK e. V. und der Chorgemeinschaft Kaltenwestheim unter Leitung von Jörg Fleischmann. Gemeinsam mit der Gemeinde erklangen unter anderem „Nun danket alle Gott“ und „Komm, Herr, segne uns“.

Segen für Kaltenwestheim

Zum Abschluss sprach Pfarrerin Katrin Mang einen Segen für den Ort und seine Menschen. Kaltenwestheim solle Raum für Lachen, gegenseitige Unterstützung und ein gutes Miteinander bleiben.

„Wir wünschen diesem Ort, dass er sich lebendig weiterentwickelt, ohne seine Wurzeln zu verlieren“, sagte sie.

Jede Straße solle ein sicherer Weg sein und jedes Haus ein geborgenes Zuhause. Frieden und Wohlergehen sollten über dem Dorf und seinen Menschen liegen.

Nach dem Gottesdienst wurde beim Straßenkaffee weitergefeiert. Bei Kaffee und Kuchen, Bratwürsten und Getränken blieben viele noch zusammen.

Es wurde erzählt, gelacht und sich ausgetauscht – ganz im Sinne der Einladung, mit der die Festpredigt begonnen hatte: „Lasst uns zusammen feiern!“

Die Festwoche zur 1231-Jahrfeier von Kaltenwestheim wird bis Sonntag, 30. August, mit weiteren Veranstaltungen fortgesetzt. Herzliche Einladung!