„Zwübbelsploatz“-Rekord geknackt: Klings hat den Längsten der Rhön

Gastbeitrag von Franziska Jahn

Am vergangenen Samstag feierte das kleine Rhöndörfchen Klings, ein Ortsteil der Stadt Kaltennordheim, ihr 30-jähriges Backhausfest im Ortskern, organisiert von dem Rhönklub Zweigverein Klings e.V..

Schon in der morgendlichen Dämmerung sah man aus der Ferne die großen Rauchwolken aus dem Backhaus in der Dorfmitte. Seit Wochen bereiteten sich die Mitglieder des Rhönklubs auf dieses besondere Fest vor.

30 Jahre Backhausfest wurde gefeiert und die Organisatoren hatten sich Großes vorgenommen: „Wir backen zum 30-jährigen Jubiläum den längsten Zwiebelploatz der Rhön!“

Damit forderten die Rhöner die Bäcker aus Dietlas heraus, welche am 1. Mai 2026 einen Zwiebelploatz mit einer Länge von 3,40 Meter gezaubert haben.

Das gute spätsommerliche Wetter und der Duft von frisch gebackenem „Zwübbelsploatz“ lockte rund 300 Gäste aus nah und fern zum Ofenhausfest.

Punkt 14:15 Uhr kam der erste Zwiebelkuchen aus dem Ofen, denn zuvor hatte der alte Ofen seine Höchsttemperatur von ca. 500 Grad erreicht.

Bereits am Freitagnachmittag bestückten die „Anfeuer-Männer“ (Friedhelm Schlotzhauer, Winfried Denner, Olaf Jenke, Lucas Hartmann) den Backofen mit Reißig und Backholz, nachts musste alles gut durchziehen und am Samstagmorgen wurde erneut angefeuert.

Später wurden die ganze Asche und alle Glutnester entfernt und mit einer Holzkrücke wurde der Ofen saubergemacht.

Zudem zeigte ein alter Brauch, ob die richtige Backtemperatur erreicht wurde. Aus Zeitungen wurde eine größere Kugel geformt und in den Ofen gebracht, diese darf nicht brennen, sondern nur qualmen.

Die Spannung stieg und die Neugierde der Gäste wuchs, alle wollten endlich den „Mega-Zwübbelsploatz“ sehen. Seit Wochen arbeitete Ingo Trender aus Klings an dem speziellen Backblech, welches er aus Stahlblech an einem Stück gebogen hatte.

Die circa 110 runden Bleche mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern wurden im Dorfgemeinschaftshaus Klings, welches circa 200 Meter bergauf vom Backhaus entfernt ist, vorbereitet.

Die rund 130 Kilogramm Zwiebeln wurden per Hand geschält und an zwei Backstraßen waren 15 Frauen mit dem Bestücken der Bleche mit Teig, Rahm und einer speziellen Zwiebel-Schinkenwürfel-Masse eingespannt.

Dann gegen 16 Uhr war es endlich soweit und alle faszinierenden Augen der Gäste blickten den Kirchberg hinauf. Das neu gebaute Blech, getragen von sechs Männern, näherte sich dem Ofenhaus und wurde in das Ofenloch „eingeschossen“.

Die Spannung stieg von Minute zu Minute, auch bei den Backfreunden aus Dietlas, die eigens zum Jubiläum angereist waren. Konkurrenzdenken war hier nicht zu spüren, vielmehr standen auch hier Freude, Neugierde und Nervenkitzel im Vordergrund.

Selbst das MDR-Fernsehen und -Radio waren in das kleine Rhöndorf gereist, um das Spektakel rund um das 30-jährige Jubiläum festzuhalten.

Nach einer knappen halben Stunde im heißen Ofenloch wurde der „Mega-Zwübbelsploatz“ rausgeholt und von Matthias Lange aus Dietlas präzise gemessen: 3,495 Meter war die neue Rekordzahl, welche mit viel Applaus von den Gästen gefeiert wurde.

Der Pokal wurde im Anschluss direkt am längsten Zwiebelkuchen der Rhön von Marie-Katrin Lange aus Dietlas „mit einem weinenden und freudigen Auge“ an Ramona Fehr, Vorstandsmitglied des Rhönklub Zweigverein Klings e.V., überreicht, so dass der Zwiebelkuchen-Pokal endlich wieder in den Landkreis Schmalkalden-Meiningen wanderte.

Der Rhönklub Zweigverein Klings e.V. bedankt sich recht herzlich bei allen Helfern, den Backfreunden aus Dietlas sowei bei allen Gästen.