Erfolgreich gefeiert: Rhön-Festival bringt 60.500 Euro für die Kissinger Hütte

Gastbeitrag von Nathalie Bachmann

Neun Monate intensive Vorbereitung, vier Tage rauschendes Festival, unzählige Stunden ehrenamtlicher Einsatz – und das alles mit einem Ziel: Möglichst viel Geld für den Wiederaufbau der Kissinger Hütte zu sammeln.

Nun steht fest: Das Rhön-Festival in Wildflecken hat dieses Ziel eindrucksvoll erreicht und 60.500 Euro eingespielt.

„Wir freuen uns riesig über dieses Ergebnis“, sagt Manfred Egert, erster Vorsitzender des Rhönklubs Bad Kissingen und des Fördervereins Freunde der Kissinger Hütte.

„Wir danken allen, die dieses Festival ermöglicht und mitgetragen haben – allen voran den rund 250 Musikerinnen und Musikern, die an den vier Tagen ohne Gage aufgetreten sind, sowie den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern.

Unser besonderer Dank gilt dem Markt Wildflecken. Er hat uns das Gelände zur Verfügung gestellt und das Festival von Anfang an tatkräftig unterstützt. Ohne diesen Rückhalt hätte es nicht stattfinden können.“

Auch den geschätzt knapp 10.000 Besucherinnen und Besuchern dankt Egert: „Durch sie ist aus einer guten Idee ein besonderes Gemeinschaftserlebnis geworden. Mit ihrem Besuch haben sie zugleich dazu beigetragen, die deutlich gestiegenen Kosten des Neubaus –
insbesondere für den Brandschutz – abzufedern.“

Wie groß das Interesse an der einzigartigen Veranstaltung war, zeigte sich schon Monate zuvor: Bereits am 15. April waren die Online-Tickets für das Revival von „Rhöner Bluat“ ausverkauft, auch die Nachfrage für den Auftritt von „Ac(c)oustic Jam“ war gut.

Zehn Vorverkaufsstellen in der Region unterstützten den Ticketverkauf. Insgesamt standen an den vier Festivaltagen rund 25 Musikgruppen auf der Bühne.

Die Talkrunde am Sonntag, moderiert von Fredi Breunig, zog ebenfalls viele Gäste an – nicht zuletzt wegen des Auftritts des stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger.

Doch nicht nur auf der Bühne steckte viel ehrenamtliches Engagement. Auch hinter den Kulissen packten Hunderte Menschen an: Allein für den Getränkeausschank waren über 300 Helferinnen und Helfer eingeteilt. Gemeinsam leisteten sie 1.155 Stunden und schenkten 135 Hektoliter Bier und alkoholfreie Getränke aus.

Jeden Morgen brachten weitere fünf bis 15 Freiwillige das Gelände wieder in Schuss. Rund 30 Helferinnen und Helfer kümmerten sich um all das, was die Gäste kaum sahen – und ohne das ein Festival dieser Größe nicht funktioniert hätte.

Für Sicherheit und einen reibungslosen Ablauf sorgten täglich bis zu 16 Security-Kräfte. Insgesamt kamen dabei 313 Einsatzstunden zusammen. Auch die Polizei begleitete die Veranstaltung, Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr regelten den Verkehr.

Das Bayerische Rote Kreuz Bad Brückenau übernahm den Sanitätsdienst und leistete dabei rund 300 ehrenamtliche Stunden. Vor und nach dem Festival mussten die Bühnen, Stände und die weitere Infrastruktur auf- und abgebaut werden.

Dafür kamen rund 350 freiwillige Stunden zusammen. Auch die Bauhöfe der Gemeinden Sandberg, Burkardroth und Wildflecken unterstützten die Arbeiten.

Das Angebot auf dem Festivalgelände bereicherten vier Catering-Betriebe, zwei Eisverkäufer, eine Kaffeebar, ein Weinstand und ein Barbetrieb.

Da das Rhön-Festival als Benefizveranstaltung organisiert wurde, kamen alle beteiligten Firmen dem Veranstalter, dem Förderverein Freunde der Kissinger Hütte, bei ihren Preisen entgegen.

Das half, die Kosten niedrig zu halten. Am Ende standen den Einnahmen von rund 217.000 Euro Ausgaben von etwa 156.500 Euro gegenüber. Damit bleibt zunächst ein Überschuss von 60.500 Euro.

Davon muss der Förderverein noch Körperschaftsteuer und auch Gewerbesteuer zahlen. Welcher Betrag am Ende tatsächlich für die Kissinger Hütte bleibt, steht deshalb erst nach der steuerlichen Abrechnung fest.

„Wir rechnen damit, dass wir am Ende mehr als 50.000 Euro als Spendensumme übergeben können“, sagt Nicole Seemann vom Organisationsteam. „Dieser Betrag hilft ganz konkret dabei, die verbliebene Finanzierungslücke zu schließen“, so Landrat Mario Götz.

„Doch die Bilanz des Festivals lässt sich nicht allein in Euro ausdrücken. Es hat Menschen zusammengebracht und gezeigt, wie viel eine Region bewegen kann, wenn viele gemeinsam anpacken. Dafür gebührt allen Beteiligten unser großer Dank.“