Happy End für Kater Tom: In Burghaun vermisst, in Langenfeld gefunden

Gastbeitrag von Kathrin Kirchner
(Das Mietzhaus - die Pfötchenretter e.V.)

Es sind diese Geschichten, die im Tierschutz immer wieder besonders berühren. Geschichten, die mit einem Anruf auf dem Notfalltelefon beginnen und mit einem Wiedersehen enden, auf das ein Mensch viele Wochen lang gehofft hat. Für Kater Tom und seine Besitzerin gab es jetzt genau ein solches Happy End.

Am frühen Morgen erreichte den Tierschutzverein "Das Mietzhaus - die Pfötchenretter e.V." die Meldung über einen grau getigerten Kater, der in Langenfeld am Parkplatz am Polsambach aufgetaucht war.

Der Kater fiel nicht nur durch sein sehr gepflegtes Äußeres auf. Er war ausgesprochen freundlich, zutraulich und suchte ganz offensichtlich die Nähe zu Menschen.

Als sich eine Autotür öffnete, machte er seine Absichten unmissverständlich klar und sprang kurzerhand hinein. Fast so, als hätte er beschlossen: „Ihr helft mir jetzt.“

Finderin Andrea P. nahm sich des Katers an und kümmerte sich zunächst um ihn. Schnell zeigte sich, dass der freundliche Vierbeiner großen Hunger hatte. Er verschlang sein Futter und machte es sich anschließend zufrieden gemütlich.

Dabei suchte er weiterhin die Nähe zu Menschen und wollte auch ins Haus. Sein Verhalten und sein gepflegter Zustand ließen schnell die Vermutung aufkommen, dass dieser Kater nicht herrenlos sein konnte. Irgendwo musste es Menschen geben, zu denen er gehörte und die ihn möglicherweise längst vermissten.

Da Andrea P. den Kater nur für kurze Zeit bei sich behalten konnte, nahmen wir ihn in die Obhut unseres Tierschutzvereins. Nun galt es herauszufinden, woher der freundliche Fundkater kam und ob irgendwo nach ihm gesucht wurde.

Dann kam der Moment, auf den wir bei jedem Fundtier hoffen: Der Kater konnte ausgelesen und sein Besitzer ermittelt werden. Plötzlich hatte der unbekannte graue Kater nicht nur einen Namen, sondern auch eine Geschichte.

Er heißt Tom. Und Tom wurde seit Juli 2026 in Burghaun bei Hünfeld vermisst.

Wo Tom während dieser Wochen gewesen ist, was er erlebt hat und wie er schließlich bis nach Langenfeld gekommen ist, wird vermutlich sein Geheimnis bleiben. Sicher ist dagegen, dass er zu Hause schmerzlich vermisst wurde.

Als wir seine Besitzerin erreichen konnten, war die Freude entsprechend riesengroß. Nach all den Wochen der Ungewissheit kam plötzlich die Nachricht, auf die sie so lange gehofft hatte: Tom ist gefunden worden. Er lebt, es geht ihm gut und sie kann ihn wieder nach Hause holen.

Dass diese Nachricht ausgerechnet einen Tag vor ihrem Geburtstag kam, machte das Wiedersehen noch besonderer. Ein schöneres Geburtstagsgeschenk hätte es für sie wohl kaum geben können.

Noch am selben Tag durfte sie ihren lange vermissten Tom wieder in die Arme schließen.

Während seine Besitzerin ihrem Wiedersehen entgegenfieberte, schien Tom selbst erst einmal all das nachholen zu wollen, was ihm in der vergangenen Zeit offenbar gefehlt hatte.

Nachdem er sich richtig satt gefressen hatte, schlief er ausgiebig und konnte kaum noch aufhören zu schnurren. Endlich war er wieder sicher und versorgt. Und wenig später konnte er die Heimreise antreten.

Für uns sind es genau diese Momente, die zeigen, warum es so wichtig ist, bei einem zugelaufenen Tier genau hinzusehen und nicht vorschnell davon auszugehen, dass es niemandem gehört.

Hinter einem Fundtier kann eine Familie stehen, die seit Wochen sucht, Plakate aufhängt, Meldungen verfolgt und jeden Tag darauf hofft, ihr Tier wiederzufinden.

Toms Geschichte zeigt außerdem, wie wichtig eine Kennzeichnung und Registrierung von Haustieren sein kann. Wer ein Tier findet, sollte deshalb immer überprüfen lassen, ob es einen Chip trägt.

Ebenso wichtig ist es, ein gechipptes Tier auch registrieren zu lassen und die hinterlegten Kontaktdaten aktuell zu halten. Nur dann kann ein Chip im entscheidenden Moment dabei helfen, Tier und Besitzer wieder zusammenzubringen.

Manchmal liegen zwischen „vermisst“ und „wieder zu Hause“ viele Wochen und viele Kilometer. Manchmal braucht es eine aufmerksame Finderin wie Andrea P., Menschen, die nicht wegsehen, und schließlich die entscheidende Information, die aus einem unbekannten Fundtier wieder einen schmerzlich vermissten Kater macht.

Für Tom und seine Besitzerin endete die lange Ungewissheit glücklich. Solche Happy Ends sind der schönste Lohn für unsere Tierschutzarbeit.

Doch hinter jeder Fundtiermeldung und jedem Notfall stehen auch Zeit, Fahrten, Versorgung, Unterbringung und viele weitere Aufgaben, die überwiegend ehrenamtlich geleistet werden und dennoch Kosten verursachen.

Damit wir auch künftig ans Telefon gehen, Tiere in unsere Obhut nehmen, nach ihren Familien suchen und im besten Fall ein solches Wiedersehen ermöglichen können, sind wir auf Unterstützung angewiesen.

Wer unsere Arbeit mit einer Spende unterstützt, hilft uns dabei, auch für den nächsten Tom da sein zu können. Jeder Beitrag hilft und ermöglicht uns, dort weiterzumachen, wo Tiere und ihre Menschen unsere Hilfe brauchen.

Unser Spendenkonto ist unter der IBAN DE90 8409 4754 0004 1922 30 oder per Paypal an dasmietzhaus@mail.de erreichbar.

Denn für uns gibt es kaum etwas Schöneres als den Moment, in dem aus einer Vermisstenmeldung endlich die Nachricht wird: Wieder zu Hause.