Was kommt nach dem Abitur? Studium oder Ausbildung? Heimat oder Großstadt? Vielleicht erst einmal ins Ausland? Und wie findet man überhaupt heraus, welcher Weg der richtige ist?
Antworten auf diese Fragen gibt es am Rhöngymnasium Kaltensundheim am Samstag, 12. September 2026 – nicht aus Lehrbüchern, sondern von Menschen, die vor einigen Jahren selbst noch in den Klassenräumen der Schule saßen.
Dann findet erneut der traditionelle Tag der Ehemaligen statt. Seit 2012 bringt die Veranstaltung ehemalige Schülerinnen und Schüler mit den heutigen Jahrgängen zusammen. Im Mittelpunkt steht ein unkomplizierter und persönlicher Erfahrungsaustausch zu Studium, Ausbildung, Berufseinstieg und den vielen Möglichkeiten dazwischen.
Das Konzept ist einfach: Die Ehemaligen kommen zurück an ihre frühere Schule und erzählen von ihrem eigenen Weg. Was hat nach dem Abitur funktioniert? Wo gab es Umwege? Welche Entscheidung würden sie heute wieder genauso treffen – und welche vielleicht nicht?
Dabei soll ausdrücklich kein perfekter Lebenslauf präsentiert werden. Gerade die persönlichen Erfahrungen, Zweifel und Kurswechsel machen die Gespräche für die Jugendlichen interessant.
Dass dieses Format funktioniert, zeigte sich auch im vergangenen Jahr. Die Schülerinnen und Schüler bezeichneten den Ehemaligen Tag unter anderem als besondere Gelegenheit, direkt mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die bereits praktische Erfahrungen gesammelt haben.
Besonders geschätzt wurde, dass Fragen offen gestellt werden können und die Antworten nicht theoretisch, sondern persönlich und unmittelbar ausfallen.
Vom Medizinstudium bis zum Unternehmertum
Auch 2026 ist das Programm breit angelegt. Der vorläufige Stundenplan sieht Gesprächsrunden unter anderem zu Betriebswirtschaft, Berufsausbildung, Selbstständigkeit und Unternehmertum, Medizin, Gesellschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften, Wirtschaftsinformatik und Informatik, Lehramt, Naturwissenschaften, Agrarwissenschaften, Psychologie und Pharmazie vor.
Hinzu kommen Themen, die nicht unmittelbar an einen einzelnen Studiengang gebunden sind – etwa Studienfinanzierung und Bewerbungsprozesse, der Einstieg bei Bundeswehr, Polizei und Vollzugsdienst sowie Erfahrungen mit Au-pair, Freiwilligendienst, Austausch, Praktika und dem Berufsstart im Ausland.
Damit greift der Tag bewusst eine Realität auf, die für viele Jugendliche zunächst unübersichtlich erscheint: Nach der Schule gibt es längst nicht nur den einen geradlinigen Weg.
Studium und Ausbildung können sich ergänzen, Berufsbilder verändern sich und Auslandserfahrungen, Praktika oder auch die Entscheidung für eine Selbstständigkeit können ebenso wichtige Bausteine des eigenen Weges werden.
Der Erfahrungsaustausch findet in mehreren parallelen Sessions statt. Daneben bleibt ausdrücklich Zeit für persönliche Gespräche und Networking im Speisesaal und auf dem Pausenhof.
Gerade diese informellen Begegnungen gehören traditionell zu den Stärken des Tages: Aus einem kurzen Vortrag wird oft noch ein längeres Gespräch, aus einer Frage manchmal ein Kontakt, der über den Veranstaltungstag hinaus bestehen bleibt.
Hochschulen und Unternehmen ergänzen den persönlichen Austausch
Neben den Ehemaligen gehört auch in diesem Jahr wieder eine Hochschul-, Ausbildungs- und Berufsorientierung zum Programm. Insgesamt sind derzeit neun Hochschulen, Unternehmen und Institutionen eingeplant.
Vertreten sind die Hochschule Schmalkalden, die Ernst-Abbe-Hochschule Jena und die Fachhochschulen Erfurt. Auch Banken und regionale Unternehmen beteiligen sich wieder: die VR Regionalbank, die Rhön-Rennsteig-Sparkasse und Z-Bau. Je nach Partner sind Vorträge, Messestände oder beides vorgesehen.
Eine besondere Freude für die Organisatoren ist, dass die Hochschule Fulda nach mehreren Jahren wieder beim Ehemaligen Tag vertreten sein wird. Im Stundenplan ist unter anderem eine Veranstaltung zu Wirtschaftswissenschaften an der Hochschule Fulda vorgesehen.
Neu dabei sind außerdem zwei Partner, die das Spektrum der Berufsorientierung noch einmal deutlich erweitern.
Die Justizvollzugsanstalt Untermaßfeld wird sich sowohl mit einem Vortrag als auch mit einem Messestand präsentieren. Geplant ist zudem, ein Fahrzeug der JVA auf dem Schulhof zu zeigen. Damit erhalten die Schülerinnen und Schüler erstmals auch einen direkteren Einblick in berufliche Möglichkeiten im Justiz- und Vollzugsdienst.
Ebenfalls erstmals beteiligt sich Planaris, eine Steuer-, Rechtsberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Das Unternehmen soll mit einem Messestand vertreten sein; zusätzlich ist ein Vortrag noch in Prüfung.
Damit kommt ein weiteres Berufsfeld hinzu, das verschiedene akademische Wege von Wirtschaft über Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung bis hin zu juristischen Tätigkeiten miteinander verbindet.
Auch bei den bekannten Partnern gibt es interessante Beiträge: Die Ernst-Abbe-Hochschule Jena plant beispielsweise einen Vortrag zum praxisnahen Studium mit besonderer Vertiefung im Bereich Ingenieurwissenschaften.
Die Rhön-Rennsteig-Sparkasse beteiligt sich nicht nur an Messe und Vortrag, sondern möchte auch eigene Auszubildende in die Session zur Berufsausbildung einbringen.
Nicht nur für Schülerinnen und Schüler
Gedacht ist der Tag insbesondere für die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 bis 12. Doch auch die Eltern sind ausdrücklich willkommen.
Gerade wenn die Frage nach Studium, Ausbildung oder Bewerbung zu Hause bereits häufiger am Küchentisch diskutiert wird, bietet der Vormittag die Möglichkeit, Informationen gemeinsam aufzunehmen und direkt mit Ehemaligen, Hochschulen und Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen.
Dabei bleibt der besondere Charakter des Ehemaligen Tages erhalten: Alle sind per Du. Die Ehemaligen kennen die Schule, viele kennen noch einzelne Lehrerinnen und Lehrer, und sie wissen aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, wenige Monate oder Jahre vor dem Abitur vor einer Vielzahl möglicher Wege zu stehen.
Was 2012 als Idee begann, Ehemalige stärker mit ihrer früheren Schule zu verbinden, ist damit längst zu einem festen Bestandteil der Berufs- und Studienorientierung am Rhöngymnasium geworden.
Der Erfolg liegt weniger in Hochglanzpräsentationen als in einer einfachen Idee: Menschen, die selbst einmal vor denselben Entscheidungen standen, geben ihre Erfahrungen an die nächste Generation weiter.
Am 12. September 2026 geht diese Geschichte weiter – mit bekannten Gesichtern, neuen Partnern und hoffentlich vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler. Denn gerade die sind an diesem Tag ausdrücklich erwünscht.




