Gastbeitrag von Maria Mannel
Ein Stück Dorfgeschichte ist zurückgekehrt: An der Straße „Am Wasser“, direkt am neuen Radweg in Geismar, wurde der historische Weiherborn durch die Interessengemeinschaft Weiherborn unter der Leitung der Initiatoren Thomas Aßmann und Norbert Mannel wieder zum Leben erweckt.
Was über viele Jahrzehnte in Vergessenheit geraten war, ist heute wieder ein Ort der Begegnung, der Erholung und der Erinnerung an
frühere Zeiten.
Ein Blick in die Chronik von Geismar zeigt die große Bedeutung des Weiherborns für die Menschen im Ort. An dieser Stelle holten sich die Bewohner einst das Wasser für ihren täglichen Bedarf. Erst mit dem Bau der Wasserleitung im Jahr 1906 verlor der Brunnen zunehmend an Bedeutung.
Mit den Jahren versiegte er schließlich vollständig. Zuletzt erinnerten lediglich ein Loch im Boden und eine alte Sandsteinabdeckplatte an den einst wichtigen Wasserplatz.
Doch die Geschichte des Weiherborns sollte damit nicht enden. In Thomas Aßmann reifte die Idee, den historischen Brunnen wieder freizulegen und neu zu gestalten. Schnell fanden sich weitere Unterstützer, die von dem Vorhaben begeistert waren und ihre Arbeitskraft
ehrenamtlich einbrachten.
Zunächst wurde der alte Brunnen von Schmutz und Ablagerungen befreit. Anschließend gruben die Helfer ihn mühsam von Hand etwas tiefer aus. Durch wiederholtes Pumpen begann wieder frisches Wasser aus den natürlichen Wasseradern nachzufließen.
Nach und nach reinigten sich die Zuflüsse selbst, sodass der Weiherborn schließlich wieder dauerhaft Wasser führte. Da sich der Brunnen auf städtischem Grund befindet, wurde das Projekt zunächst mit der Stadt Geisa abgestimmt.
Die Genehmigung wurde erteilt – verbunden mit den Auflagen, die Baukosten eigenständig zu tragen und die zukünftige Unterhaltung des Brunnens sicherzustellen.
Ein kleiner Teil der finanziellen Unterstützung konnte über ein Förderprogramm der Thüringer Ehrenamtsstiftung eingeworben werden, für das ein entsprechender Antrag gestellt wurde. Darüber hinaus stellten großzügige Spender Kalk- und Sandsteine für den Bau zur Verfügung.
So entstand in vielen Arbeitsstunden, mit viel Herzblut und handwerklichem Geschick, Schritt für Schritt die neue Brunnenanlage. Besonders bemerkenswert ist die Einbindung historischer Elemente in das Bauwerk.
Die alte Sandsteinabdeckplatte, die über Jahrzehnte als eines der letzten sichtbaren Zeugnisse des ursprünglichen Weiherborns erhalten geblieben war, wurde in den neuen Brunnen integriert. Sie bildet die zentrale Rückwand hinter dem Wasserauslauf.
Heute präsentiert sich der Weiherborn als liebevoll gestalteter Rastplatz an der Straße „Am Wasser“ und unmittelbar am neuen Radweg.
Bänke laden zum Verweilen ein und bieten Radfahrern, Wanderern sowie Einheimischen einen Platz zum Ausruhen, Erfrischen und Genießen.
Die Fertigstellung des Projekts wurde von den Helfern und Unterstützern mit einem kleinen Helferfest am 28. August gefeiert. In geselliger Runde blickten die Beteiligten auf die vergangenen Monate zurück und freuten sich gemeinsam über das gelungene Ergebnis.
Diese Zusammenkunft war zugleich ein Dankeschön an alle, die mit ihrer Zeit, ihrer Tatkraft, Materialspenden oder finanzieller Unterstützung zum Erfolg des Projekts beigetragen haben.
Für die Mitglieder der Interessengemeinschaft markiert die Fertigstellung des Weiherborns den erfolgreichen Abschluss eines Herzensprojekts. Mit viel Einsatz, Ausdauer und handwerklichem Geschick ist es gelungen, einen historischen Ort wieder sichtbar zu machen.
Der wiederhergestellte Weiherborn steht beispielhaft für das, was durch ehrenamtliches Engagement und gelebten Gemeinschaftssinn erreicht werden kann. An einem Ort, der über Jahrzehnte nahezu in Vergessenheit geraten war, fließt heute wieder frisches Quellwasser.
Damit erinnert der Brunnen nicht nur an die Lebensweise früherer Generationen, sondern steht als lebendiges Symbol für die Geschichte von Geismar.





