Gastbeitrag von Anja Nimmich
Mit einer feierlichen Andacht wurde Anfang September das komplett neu errichtete Hochkreuz an der Grenze der Apfelbacher Flur oberhalb des Ortes an der Wegspinne Ketten, Spahl von Pastor Dr. Jürgen Kämpf eingeweiht.
Das Kreuz befindet sich auf kommunalem Grundstück und so gaben die Stadt Geisa 3.000 Euro und das Bistum Fulda 3.500 Euro für die Gesamtfinanzierung von 16.300 Euro.
Die restlichen Gelder kamen über Spenden aus der Bevölkerung sowie ortsansässige Vereine und Initiativen, unter anderem von den Klapperkinder der Karwoche sowie dem Feuerwehrverein aus Ketten und dem Heimatverein aus Spahl.
Das ursprüngliche Kreuz, das einst an der alten Straße von Spahl nach Apfelbach an diesem Standort stand, wurde 1876 aus Sandstein geschaffen. 1930 ließ die Gemeinde einen neuen Korpus anbringen. Einige Jahre später, 1978, wurde das Kreuz durch einen Langholzhänger schwer beschädigt, so dass dieses nicht mehr zu restaurieren war.
Der Korpus wurde schon vorher, an Armen und Beinen geschändet, aufgefunden, so dass man ihn vom Kreuz nehmen musste. Initiiert durch Pfarrer Robert Arnrich aus Geismar gossen drei Kettener Bürger unter Otto Heller das jetzige Kreuz aus Beton mit Beschriftungen am Stamm und Querbalken.
Die Buchstaben wurden von Albert Kött mit Goldbronze ausgemalt. Die Psalmen am ursprünglichen Postament, die nur noch an zwei Seiten vollständig lesbar sind, lauten nach einem von ehemaligen Pfarrer Josef Kleeschulte aufgezeichneten Manuskript von 1935 an der Vorderseite „Es ist vollbracht“. Dieser Text ist allerdings heute nicht mehr lesbar.
Zu erkennen ist noch auf der linken Seite die Inschrift „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen“ aus dem Matthäus Evangelium, auf der Rückseite „Wahrhaftig dieser Mensch war Gottes Sohn, 1876“ und auf der rechten Seite „Um Deinetwillen habe ich Schmerzen ausgestanden“ aus dem Psalm 68.8. Aus welchem Grund das Hochkreuz errichtet wurde ist unbekannt.
Die Initiative zur Erneuerung hatte Geisas Stadtratsmitglied Udo Klinzing aus Ketten gestartet. Er sammelte gemeinsam mit der Kirchengemeinde Spenden, fragte Unterstützer und Helfer an. Am alten Kreuz selbst war kaum noch etwas zu retten.
So wurde der Sockel komplett neu aufgebaut. Ebenso wurde das Hochkreuz mit Kreuzstamm und Korpus komplett erneuert.
Für den Christuskorpus aus Glasfaser beauftragte Udo Klinzing ein Unternehmen aus München. Das neue Sandsteinkreuz fertigte der Steinmetzbetrieb Uwe Protzmann aus Tann an.
Die beiden Fichtenbäume rechts und links vom Kreuz wurden gefällt, da sie beschädigt waren.
In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes wurden zwei japanische Säulenkirschen und eine Hainbuche gepflanzt, damit Besucher sowie Insekten sich an der Blütentracht im Frühjahr erfreuen können.
„Dieser Platz mit dem Hochkreuz ist ein Ort der Stille, Besinnung und der Verbindung zu unserem christlichen Glauben“, betonte Pastor Kämpf bei der Einweihung.
Geisas Bürgermeisterin dankte allen Helfern und Sponsoren, den Stadträten sowie dem Bistum Fulda. Ihr besonderer Dank galt Udo Klinzing für die Initiative und Organisation.
„Das Kreuz steht für die Verbindung zum Himmel und zur Erde und mit dem Querbalken auch für die Verbindung zu den Mitmenschen“; so Henkel. In diesem Sinne könne es uns auch in diesen herausfordernden Zeiten Halt, Zuversicht und Hoffnung geben.





