Kaltennordheim: Wenn Vorschulkinder auf Schnupperreise gehen…

Gastbeitrag von Katja Schramm

Weil in den Osterferien die Kaltennordheimer Grundschule unbefangen erkundet werden kann, begaben sich auch diesmal wieder die Vorschulkinder aus Kaltennordheim und Kaltenlengsfeld auf Entdeckertour im Rahmen der Übergangsgestaltung. Diese nahm vor 25 Jahren ihren Anfang.

Hier ein Ei und dort ein Ei – in jedem Klassenraum gab es ein solches zu entdecken. Groß und bunt, und mit Rätselaufgaben darauf, die von den künftigen Schulanfängern gelöst werden durften.

Voller Vorfreude zogen die Mädchen und Jungen spielerisch durch das gesamte Schulgebäude, ganz ohne Scheu, da durch die Osterferien die Räumlichkeiten leer standen.

So wie in jedem Jahr kamen die Kaltennordheimer „Wilden Pferde“ und die Kaltenlengsfelder „Schlauen Füchse“ in die Grundschule zum Schnuppertag.

Freudig erwartet von Beratungslehrerin Kerstin Preißel, die vor 25 Jahren das Projekt „Lasst uns eine Brücke bauen“ gemeinsam mit dem Team des Kaltennordheimer Kindergartens ins Leben gerufen hatte.

Das Ziel war es damals, die Kinder auf ihrem Weg in die Grundschule bestmöglich zu unterstützen und zu begleiten, die Vorfreude und Neugierde auf die Schule zu wecken und eventuelle Ängste abzubauen. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Im Laufe der Zeit kam der Kindergarten Kaltenlengsfeld als Kooperationspartner hinzu. Durch die gesammelten Erfahrungen intensivierte sich der gegenseitige Austausch, wurden Bedürfnisse angepasst, Aktivitäten und Gemeinsamkeiten geschaffen als wichtige Grundlage für die Gestaltung des Übergangs.

Das Team der „Brückenbauer“ zwischen Kindergarten und Grundschule mit Kerstin Preißel, Katja Schramm (Erzieherin der Kaltennordheimer Vorschulgruppe) und Katrin Walter (Erzieherin im Kindergarten Kaltenlengsfeld) ist eng zusammengewachsen.

Sie sind immer dabei, wenn die Kinder auf Erkundungstour gehen, Neues entdecken und zum Vertrauten zurückkehren dürfen. Schritt für Schritt gehen sie gemeinsam der Grundschulzeit entgegen. Dabei werden die Mädchen und Jungen vertrauensvoll an die Hand genommen, unterstützt und begleitet.

Diese enge Zusammenarbeit zwischen den Kindergärten und der Grundschule in Kaltennordheim ist etwas ganz Besonderes. Schließlich wird ein Kindergartenkind nicht über Nacht zu einem Schulkind.

Das braucht Zeit und vertraute Menschen, die die Kinder mit einem hohen Maß an Verantwortungsbereitschaft und Engagement begleiten und unterstützen. Zusammen lernen die Vorschulkinder im letzten Kindergartenjahr das Schulgebäude kennen, dürfen hinter die Kulissen schauen, um zu erfahren, wie die Klassenzimmer aussehen, wo die Toiletten sind und welche Spielsachen es im Hort gibt.

Nach den ersten Schnuppertagen folgen weitere Besuche. Die Kinder nehmen am Unterricht der jetzigen Erstklässler teil. Auch der Hort wird in jedem Jahr gründlich unter die Lupe genommen bei einem gemeinsamen Mittagessen in der Schulspeisung, der Hausaufgabenstunde und Spielzeit.

Mit Beginn des letzten Kindergartenjahres ist Kerstin Preißel regelmäßig bei den künftigen Schulanfängern in den beiden Kindergärten zu Gast.

Auf spielerische Weise lernt die Beratungslehrerin die Kinder kennen, baut zunehmend eine Beziehung und Vertrauen auf, was den Zugang zur Schule maßgeblich erleichtert.

Im Gegenzug haben sich die Programmauftritte der Kaltennordheimer „Wilden Pferde“ in der Grundschule zu einer schönen Tradition entwickelt.

Mit Liedern, Gedichten und Rollenspielen begeistern die Vorschulkinder zu den unterschiedlichsten Anlässen die Grundschüler, Lehrer und Horterzieher.

Eine weitere gute Gelegenheit, den gegenseitigen Kontakt zu intensivieren und das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken.

Auch die Eltern sind eingebunden durch gemeinsame Elternabende im Kindergarten und in der Grundschule, stetige Information und Transparenz über den Verlauf des letzten Kindergartenjahres sowie durch einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch.

Im Übrigen ist die Übergangsgestaltung mit der Schuleinführung nicht beendet. Die gegenseitigen Besuche werden auch im ersten Schulhalbjahr noch weitergeführt, um zu beobachten, wie sich die Erstklässler im Schulalltag zurechtfinden und Rückschlüsse für die weitere Zusammenarbeit zu ziehen.