Mitteilung der Stadt Bad Salzungen
Barrierefreiheit und Inklusion sind in der Kur- und Kreisstadt Bad Salzungen keine Randgruppenthemen.
Der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen in Bad Salzungen Christian Schließmann informiert über die Situation: „Für manche Ohren mag es unglaublich klingen, aber es stimmt: Von den aktuell 22.557 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand März 2026, alle Ortsteile) waren am Stichtag des 18. Mai 2026 insgesamt 7.744 Menschen mit einer anerkannten Behinderung in Bad Salzungen registriert. Das entspricht 34,33 Prozent der Gesamtbevölkerung.“
Beträchtlich fällt auch der Anteil der Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB)von mindestens 50% mit 4.568 Personen aus: Mit 20,25% gilt jeder fünfte Einwohner als schwerbehindert.
Die Zahlen fragt Schließmann regelmäßig beim Amt zur Schwerbehindertenfeststellung des Landratsamtes Wartburgkreises ab. Seit 11 Jahren übt er seine Funktion aus und verfolgt die absehbare Entwicklung der Statistik seit 2016.
In diesem Zeitraum, so der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der Kur- und Kreisstadt Bad Salzungen, hat sich innerhalb von 10 Jahren die Zahl der Menschen mit Behinderung von 3.387 auf 7.744 mit 128,65 % mehr als nur verdoppelt. Bei den Schwerbehinderten ist es ein Zuwachs von 1.975 auf 4.568, was 131,29 % entspricht.
Schaut man sich deren Zahlen aufgeschlüsselt noch genauer an, fällt auf, dass der Anteil von Menschen mit einem Grad der Behinderung von 100 mit 1.270 Betroffenen ebenfalls recht hoch ist. Dies sind etwa 5,63 % der gesamten Stadtbevölkerung.
Eine Aufschlüsselung nach einzelnen Behinderungsarten oder Sinnesbehinderungen sowie eine detaillierte Altersstruktur der Betroffenen konnte vom Landratsamt nicht vorgenommen werden, da sich der festgestellte Grad der Behinderung häufig aus mehreren gesundheitlichen Einschränkungen zusammensetzt.
Barrierefreiheit und Inklusion als kommunale Daueraufgabe
Die Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll, dass Barrierefreiheit und Inklusion zentrale Zukunftsaufgaben für die Kur- und Kreisstadt Bad Salzungen bleiben.
Ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit ist die frühzeitige Beteiligung an kommunalen Bau- und Infrastrukturprojekten. Bei allen Baumaßnahmen der Stadt wird der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der Kur- und Kreisstadt Bad Salzungen bereits zu Beginn der Planungen angehört und um eine fachliche Stellungnahme gebeten.
„Ziel ist es, Barrieren frühzeitig zu erkennen und die Anforderungen der Barrierefreiheit sowie der Inklusion von Anfang an in die Planungen einzubeziehen.
Deshalb müssen Barrierefreiheit, Inklusion und Teilhabe bei allen kommunalen Entscheidungen selbstverständlich mitgedacht werden“, erklärt Christian Schließmann.
Die Entwicklung der vergangenen Jahre macht deutlich: Die Zahl der Menschen mit Behinderungen steigt kontinuierlich an.
Damit wächst auch die Verantwortung von Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft, eine inklusive und barrierefreie Stadt für alle Bürgerinnen und Bürger zu gestalten.
Abschließend gibt Schließmann zu bedenken: „Wer in behindertengerechte, das heißt barrierefreie und inklusive Infrastruktur und Architektur investiert, investiert in die Zukunft.
Ich denke gern an den Witz, dass die Gruppe der Menschen mit Behinderung die einzige Minderheit ist, der wirklich jeder jeden Tag beitreten kann. Aber schon bald wird sie keine Minderheit mehr sein.“
Verteilung nach Grad der Behinderung im Jahr 2026
GdB 20: 1.092 Personen
GdB 30: 1.309 Personen
GdB 40: 775 Personen
GdB 50: 1.428 Personen
GdB 60: 614 Personen
GdB 70: 499 Personen
GdB 80: 501 Personen
GdB 90: 256 Personen
GdB 100: 1.270 Personen
Quellen: Landratsamt Wartburgkreis – Amt zur Schwerbehindertenfeststellung (Statistiken 2016, 2019, 2022 und 2026) sowie Statistikportal Deutschland (Einwohnerzahl Bad Salzungen, Stand März 2026).




