Konferenz in Dankmarshausen: Trockenheit & Hitze belasten die Ernte

Gastbeitrag von Lena Lindemann

Bei der Erntepressekonferenz am 31. Juli in der Agrargenossenschaft Dankmarshausen zog Landrat Dr. Michael Brodführer gemeinsam mit Vertretern der Landwirtschaft eine erste Bilanz des Wirtschaftsjahres 2025/2026.

Im Wartburgkreis bewirtschaften 486 landwirtschaftliche Betriebe rund 58.300 Hektar Fläche. Davon entfallen etwa 33.500 Hektar auf Ackerland und knapp 24.500 Hektar auf Grünland. Im vergangenen Herbst wurden auf rund 22.000 Hektar Wintergetreide und Winterraps ausgesät.

Die Aussaat der Herbstkulturen verlief weitgehend planmäßig. Auch Winter und Frühjahr boten zunächst gute Bedingungen, sodass insbesondere auf dem Grünland zufriedenstellende Erträge erzielt werden konnten.

Im Juni änderte sich die Situation jedoch grundlegend: Anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen führten dazu, dass vor allem Winterweizen und Winterraps vorzeitig abreiften und vielerorts geringere Erträge lieferten. Die Ernte begann deshalb bereits Anfang Juli und damit früher als üblich.

Neben den Ertragseinbußen erschweren Qualitätsprobleme durch Mutterkornbefall sowie ein erhöhter Schädlingsdruck im Raps die Vermarktung der Ernte. Betroffene Getreidepartien müssen aufwendig gereinigt oder anderweitig verwertet werden.

Auch wirtschaftlich bleibt die Lage angespannt. Zwar haben sich die Getreide- und Rapspreise zuletzt etwas erholt, sie decken jedoch die deutlich gestiegenen Kosten für Dünger, Saatgut, Pflanzenschutz, Energie, Diesel und Maschinen vielfach nicht.

„Die Landwirtschaft gehört zu den wirtschaftlichen Säulen des Wartburgkreises. Unsere Agrarbetriebe sichern regionale Wertschöpfung, schaffen Arbeitsplätze und erzeugen hochwertige Produkte aus unserer Heimat“, betont Landrat Dr. Michael Brodführer.

Wetterextreme wie Trockenheit, Hitze, Starkregen und Hagel erschweren die Arbeit der Betriebe zunehmend.

Gleichzeitig wachsen die Anforderungen durch Umwelt- und Klimaschutz sowie umfangreiche Dokumentationspflichten. Auch tierhaltende Betriebe stehen durch hohe Futter-, Energie- und Baukosten unter erheblichem Druck.

Landrat Dr. Michael Brodführer spricht sich deshalb für verlässliche politische Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit aus.

Nur so könnten die landwirtschaftlichen Betriebe auch künftig hochwertige regionale Lebensmittel erzeugen und einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung leisten.

Die Ernte wird in den kommenden Wochen fortgesetzt. Während vielerorts noch Mähdrescher im Einsatz sind, beginnen auf den ersten Flächen bereits die Vorbereitungen für das nächste Anbaujahr.