Blutwurst – da scheiden sich die Geister, selbst wenn sie begeisterte Wurstfans sind. Dabei ist die von manchen verschmähte Hausmacher Wurst nahrhaft, nachhaltig und nahezu ein Tausendsassa in der Zubereitung.
Beim 13. Rhöner Wurstmarkt am 10./11. Oktober wird die Blutwurst im Mittelpunkt stehen. Denn beim traditionellen Wettbewerb unter den ausstellenden Metzgern wird in diesem Jahr die beste Blutwurst in der Schweinekrause gekürt.
Nahrhaft und nachhaltig
„Die Blutwurst fristet bei uns ein eher ein Schattendasein“, so die Fladunger Metzgermeisterin Barbara Fink. Dabei, so die Obermeisterin der Metzgerinnung Main-Rhön, ist die Blutwurst eine der ältesten Formen der Wurst.
Das heute so hippe „from noise to tail“ war früher selbstverständlich und so hat man schnell nach Verwendung für das Blut gesucht, das man als nahrhaft, aber nur kurz haltbar erkannt hat.
So gibt es bis heute hunderte von Blutwurstrezepten mit einer Fülle an verschiedensten Kräutern und Naturgewürzen, die mit viel Fingerspitzengefühl verwendet werden.
Vielfalt in der Zubereitung
Die Blutwurst wird auf unterschiedlichste Weise gegessen. Der Ostheimer Schweißkuchen oder im Thüringischen der Blutkuchen zeigen, dass Blutwurst schmackhaft serviert werden kann, ob heiß oder kalt, als Aufschnitt oder im Sauerkraut erhitzt.
„Kaum eine Wurst ist so wenig standardisiert wie die Blutwurst“, versichert Barbara Fink.
Nachhaltigkeit fördert Nachfrage
Das Besondere an der Rhöner Blutwurst ist die sülzenartige Konsistenz, die in der Schweinekrause besonders gut zur Geltung kommt. Typisch für die Rhön sind die eher durchwachsenen kleingeschnittenen Grieben, also die Fleischwürfel in der Wurst.
„Der Absatz an Blutwurst steigt nach meinem Dafürhalten wieder“, beobachtet Barbara Fink. Industriell gefertigte Blutwurst bietet nicht den Geschmack der typischen Hausmacher Wurst.
Der Nachhaltigkeitsfaktor trägt zur Kaufentscheidung bei, denn für die Blutwurst braucht man Blut, Schwarten und Grieben, alles Zutaten, die anders nicht so gut verarbeitet werden können.
Kompetente Jury
Benotet werden von einer Fachjury am Wurstmarkt-Samstag im Rahmen einer „Blindverkostung“ Aussehen, Farbe, Konsistenz und Geruch.
Die Experten Werner Braun, stellv. Landesinnungsmeister des Metzgerhandwerkes in Bayern, Thomas König, Mitglied der Slow Food Chef Alliance Deutschland, sowie Hermann Schmitt, Geschäftsführer Fränkischer Weinbauverband, nehmen die Wurstprüfung vor.
Prämierung am Wurstmarkt-Sonntag
Die Prämierung erfolgt am Sonntag um 11 Uhr vor dem Rathaus. Anschließend können sich Besucherinnen und Besucher von der Qualität der prämierten Produkte an den Ständen der ausgezeichneten Metzger überzeugen.
Weiterhin gibt es die eingereichten Proben am Stand von Slow Food Convivivium Tauber Mainfranken zu verkosten.
Blutwurst beim Wurstanschnitt mit Bundesminister
Auch bei der Eröffnung am Samstag, 10. Oktober, wird Schirmherr Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, die Blutwurst in der Schweinekrause vor dem Rathaus feierlich anschneiden.
Der Rhöner Wurstmarkt bietet an beiden Tagen von 10 bis 18 Uhr ein buntes Festprogramm rund um die Kulinarik an den 50 Ständen. Der Eintritt kostet pro Tag 5 € pro Person, für beide Tage 8 €, Kinder bis 14 Jahre sind frei



