Förderzentrum „Christian-Ludwig-Wucke“ nach Sanierung offiziell übergeben

Gastbeitrag von Andrea Dominik

Das Förderzentrum „Christian-Ludwig-Wucke“ in Bad Salzungen ist nach umfangreichen Bau- und Sanierungsmaßnahmen am 12. Mai 2026 offiziell übergeben worden.

Seit April 2024 wurde das Schulgebäude im Rahmen des Projektes „Energetische Sanierung und Umbau Barrierefreiheit“ modernisiert. Die Arbeiten konnten im Mai 2026 weitestgehend abgeschlossen werden.

Der Wartburgkreis investierte in Energieeffizienz, Barrierefreiheit und moderne Lernbedingungen.

Investition in moderne Lernbedingungen

Ziel der Sanierung war es, den Energieverbrauch dauerhaft zu senken, Betriebskosten zu reduzieren und zugleich zeitgemäße Lern- und Aufenthaltsbedingungen zu schaffen.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehörten eine Wärmedämmfassade, der Austausch der Fernwärmestation, die Optimierung des Wärmeverteilungssystems, die Modernisierung der Elektroanlagen, energieeffiziente Beleuchtung sowie Arbeiten an Leitungen, Decken, Böden und Wänden.

„Es geht darum, dass wir unseren Kindern und den Pädagogen hier eine gute Möglichkeit geben, zusammen zu lernen“, so Landrat Dr. Michael Brodführer.

„Wir haben hier die besondere Situation, dass an der Wucke-Schule Kinder mit erhöhtem Förderbedarf unterrichtet werden. Deshalb ist es wichtig, dass wir sie gut für ihre Zukunft und ihr Leben vorbereiten.“

Der Landrat dankte allen Beteiligten, der Schulleitung, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Förderzentrums sowie den Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften für ihr Verständnis während der Bauzeit.

Sie waren zeitweise an anderen Einrichtungen, darunter dem Staatlichen Berufsbildungszentrum und der Parkschule in Bad Salzungen, untergebracht.

„Die Zeit des Umzugs und der Übergangslösung war für alle Beteiligten sehr anstrengend“, so Schulleiterin Carolin Röder.

„Es musste viel Geduld gezeigt werden und auch Zusammenhalt. Wir sind froh, dass wir jetzt wieder zusammen sind, hier wieder einen gemeinsamen Weg gehen und zusammenwachsen können.“

Barrierefreiheit als Schwerpunkt

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Barrierefreiheit. Als Hauptelement wurde eine Aufzugsanlage angebaut, die den Zugang zu den einzelnen Gebäudeebenen ermöglicht.

Zudem entstanden ein behindertengerechtes WC und ein Pflegeraum. Die Ausgabeküche wurde zu einem flexibel nutzbaren Mehrzweckraum erweitert. Ergänzend wurden Maßnahmen zur visuellen Barrierefreiheit umgesetzt.

Nicole Briechle, Beauftragte für Menschen mit Behinderung im Wartburgkreis, begleitete das Projekt von Anfang an: „Der Umbau dieser Schule zeigt eindrucksvoll, wie wichtig konsequent umgesetzte Barrierefreiheit für die Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler ist. Nun können Kinder und Jugendliche ihre Schule deutlich selbstständiger und ohne Hindernisse nutzen.

Besonders erfreulich war dabei die hervorragende Zusammenarbeit aller Beteiligten – von den Planern über die ausführenden Firmen bis zu den Kolleginnen und Kollegen der Schule und des Landratsamtes. Dieses Projekt hat damit klare Vorbildwirkung für zukünftige öffentliche Bauvorhaben.“

Auch Klaus Bohl, Bürgermeister der Stadt Bad Salzungen, lobte bei der offiziellen Übergabe die gute Zusammenarbeit von Landkreis, Kreisstadt und allen Beteiligten.

Die Stadt Bad Salzungen hatte sich dafür eingesetzt, dass Fördermittel aus der Städtebauförderung für dieses Projekt verwendet werden konnten.

Finanzierung und Dank

Finanziert wurde das Projekt durch Fördermittel und Eigenmittel des Wartburgkreises. Für die energetische Sanierung wurden im Rahmen der Städtebauförderung rund 2,3 Millionen Euro bereitgestellt.

Weitere rund 260.000 Euro flossen in den ersten Bauabschnitt der Freianlagen. Über das Thüringer Barrierefreiheitsförderprogramm kamen 110.000 Euro für den Bau der Aufzugsanlage hinzu. Die Eigenmittel des Wartburgkreises beliefen sich insgesamt auf rund zwei Millionen Euro.

Über die Wucke-Schule

Das Staatliche regionale Förderzentrum „Christian-Ludwig-Wucke“, auch Wucke-Schule genannt, begleitet Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf.

Die Schule unterstützt sie entsprechend ihrer individuellen Voraussetzungen in ihrer persönlichen, sozialen und schulischen Entwicklung und bereitet sie auf gesellschaftliche Teilhabe und ein möglichst selbstbestimmtes Leben vor. Aktuell werden dort etwa 100 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

Mit der Sanierung wurden wichtige Voraussetzungen geschaffen, damit das Förderzentrum seine Aufgabe auch künftig unter modernen, barrierefreien und verlässlichen Rahmenbedingungen erfüllen kann.